Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Ein Kunststoffauge Ihre Erfahrungen und Fragen.
Benutzeravatar
Bits&Bytes
Beiträge: 293
Registriert: So 2. Apr 2017, 14:09
Wohnort: Bochum

Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Bits&Bytes » Sa 15. Apr 2017, 10:41

Hallo,

damit auch mal etwas in diese Rubrik hereinkommt. :)

Hier die beste Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von Glasaugen im Vergleich zu Kunststoff, die
ich (bei einem Ocularisten) gefunden habe:

http://www.kunstaugen-stuttgart.de/mate ... leich.html

Von daher kommen Kunststoffaugen bei Menschen, die sowieso schon Probleme mit der Befeuchtung haben,
aus meiner Sicht gar nicht in Frage.
In den USA, wo es ja 99 % Kunststoffaugen sind, hat wenn ich das im losteye-Forum richtig interpretiere,
praktisch fast so gut wie jeder Tränenersatz nötig und muss jedes halbe Jahr zum Ocularisten um das
Teil polieren zu lassen.

Viele Grüße

Udo


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )

Brisme
Beiträge: 10
Registriert: Mi 26. Apr 2017, 22:57

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Brisme » Mi 26. Apr 2017, 23:06

Bits&Bytes hat geschrieben:
Sa 15. Apr 2017, 10:41

Von daher kommen Kunststoffaugen bei Menschen, die sowieso schon Probleme mit der Befeuchtung haben,
aus meiner Sicht gar nicht in Frage.
In den USA, wo es ja 99 % Kunststoffaugen sind, hat wenn ich das im losteye-Forum richtig interpretiere,
praktisch fast so gut wie jeder Tränenersatz nötig und muss jedes halbe Jahr zum Ocularisten um das
Teil polieren zu lassen.

Viele Grüße

Udo
Hallo Udo

Das kann ich so nicht bestätigen. Ich habe immer Probleme mit trockenen Augen (Daher trage ich nie Kontaktlinsen). Zuvor trug ich 3 Jahre lang Glasauge, jetzt trage ich seit einem Jahr Acryl. Ich habe es einmal zum Polieren eingeschickt (Ich musste nicht hinfahren, der Postweg reichte)
Aber ich benutze keine Tropfen.
Wenn die Form stimmt, und die Lider schließen, bleibt die Qualität der Oberfläche länger erhalten.
Bei den Glasaugen war es so, dass ich das Auge nie schließen konnte. So entstand deutlich mehr 'Knös' als jetzt bei dem Acrylauge.

Ich bin ganz klar ein Acryl Fan ;) Acrylaugen kann man jederzeit anschleifen/nachschleifen, wenn sie nicht 100% sitzen.
Für Patienten mit ungewöhnlich geformten Augenhöhlen wie ich, ist das einfacher und genauer herzustellen, als ein geblasenes Glasauge.

Liebe Grüße Britt


1993: Irismelanom mit Sekundärglaukom.
1994: Protonenbestrahlung
2012: Enukleation/Glasauge
2016: Acrylauge
https://www.glaukom-forum.net/wbb3forum ... -aussehen/

Benutzeravatar
Bits&Bytes
Beiträge: 293
Registriert: So 2. Apr 2017, 14:09
Wohnort: Bochum

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Bits&Bytes » Do 27. Apr 2017, 13:20

Hallo Britt,

Du schreibst:
"ich bin ganz klar ein Acryl Fan ;) Acrylaugen kann man jederzeit anschleifen/nachschleifen, wenn sie nicht 100% sitzen.
Für Patienten mit ungewöhnlich geformten Augenhöhlen wie ich, ist das einfacher und genauer herzustellen, als ein geblasenes Glasauge.
"

Da hast Du sicher Recht, die bessere / genauere Anpassungsfähigkeit von Kunststoff kann gerade für Patienten mit schwierigen Augenhöhlenverhältnissen sicher ein enormer Vorteil sein, von daher wäre es ja vielleicht doch etwas, was Olga noch versuchen könnte.

Ich bin derzeit mit Glas ausgesprochen zufrieden, habe allerdings wohl auch eher die Augenhöhle von Otto-Normal-Verbraucher :mrgreen:


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )

Olga1991
Beiträge: 319
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 18:27
Wohnort: Hessen

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Olga1991 » Do 27. Apr 2017, 13:47

Ich habe mich entschieden, nächsten Monat lasse ich einen Kostenvoranschlag machen ! :)


12/2016: Enukleation linkes Auge
09/2017: Kunststoff Augenprothese (Acryl)

Patient81
Beiträge: 217
Registriert: Sa 25. Mär 2017, 20:39

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Patient81 » Do 27. Apr 2017, 16:55

Hallo,

finde, man kann es nicht pauschalisieren, welches Material grundsätzlich nicht in Frage käme bei trockenen Augen und ein "Kunststoffauge" sogar noch weniger. Denn ein "Kunststoffauge" wird aus "Polymethylmethacrylat" hergestellt, was viele positive Eigenschaften aufweist. ;)

Z.B. bruchsicherer und stabiler als Echtglas, witterungsbeständiger als Echtglas, somit ist der Verschleiß nicht so schnell erreicht wie beim Echtglas. Also die Oberfläche bleibt länger "glatt" und Feuchtigkeit kann für eine längere Dauer über das "Auge" gleiten. Dies würde ja theoretisch heißen, verwendet man Augentropfen, könnte man sie in größeren Intervallen tropfen.

Was auch sehr interessant ist- es ist unempfindlich gegen anorganische Verbindungen wie Säure, Öl etc.
Hingegen aber empfindlich gegen organische Verbindungen wie Methanol, Ethin etc.

Zusammenfassend lässt sich eigentlich sagen, dass ein "Acrylauge" dem "Glasauge" in Nichts nachsteht, sogar überwiegend vorteilhafter ist. Vielleicht erklärt das auch, warum in Amerika oder England die meisten Betroffenen eher ein "Kunstsoffauge" tragen. ;) ;)

@Olga

Ich werde mir auch ein Acrylauge anfertigen lassen, wenn es wieder mal an der Zeit ist. Irgendwie bin ich sehr neugierig geworden durch meine Recherche. Finde daher deine Entscheidung auch gut, dass du auch so ein Auge ausprobieren möchtest. Toi, toi, toi.. :)

Schönen Gruß an alle :D

Patient81



Brisme
Beiträge: 10
Registriert: Mi 26. Apr 2017, 22:57

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Brisme » Fr 28. Apr 2017, 00:49

Dass in Deutschland überwiegend Glasaugen benutzt werden liegt daran, dass wir das Lauschaer Glas dazu haben ;)
Und an dem Bund deutscher Ocularisten.
Während Acrylaugen ja keinen eigenen Beruf benötigen. Da sie unter anderem beim Epithetiker hergestellt werden.

Tatsächlich ist die Oberfläche vom Glasauge besser benetzbar als die von Kunststoff. Ich sehe das auch, merke es aber nicht.

Teilweise (Und dieser Aspekt wurde noch nicht betrachtet) hängt es ja auch noch mit den künstlerischen Fähigkeiten des jeweiligen Prothesenmachers zusammen. Was nützt mir ein gut sitzendes Auge, das aussieht als hätte ich es einer Porzellanpuppe entwendet ;)


1993: Irismelanom mit Sekundärglaukom.
1994: Protonenbestrahlung
2012: Enukleation/Glasauge
2016: Acrylauge
https://www.glaukom-forum.net/wbb3forum ... -aussehen/

Benutzeravatar
Bits&Bytes
Beiträge: 293
Registriert: So 2. Apr 2017, 14:09
Wohnort: Bochum

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Bits&Bytes » Fr 28. Apr 2017, 04:06

Hallo Patient81,

Du schreibst:
"..... Vielleicht erklärt das auch, warum in Amerika oder England die meisten Betroffenen eher ein "Kunstsoffauge" tragen. ;) ;)"

Das ist wohl eher nicht der Grund:

Aus Geschichte der Augenprothetik:
"Waren noch vor dem 2. Weltkrieg in Frankreich, England und den USA Ocularisten tätig, die Kunstaugen aus deutschem Glas machten, so kam die Glasbelieferung durch den Krieg zum Erliegen. Bedingt durch einen immer größer werdenden Bedarf an Augenprothesen und den Wegfall der Glaslieferungen aus Deutschland, suchte man in England und Amerika nach einem Ersatzmaterial. Dieses fand man sehr schnell in den Dentalabteilungen der Militärkrankenhäuser. So begann die Entwicklung der Herstellung der Kunststoffaugen, die sowohl in Anwendung von Materialien und Techniken laufend verbessert wurde. In Deutschland, Holland, der Schweiz, Österreich, Italien, den meisten skandinavischen Ländern und sogar Teilen Russlands dominiert die Augenprothese aus Glas."
Quelle: http://www.institut-trester.de/index.ph ... nprothetik

Wie dem auch sei, es gibt sicher diverse Gründe das eine oder das andere Material zu verwenden, es kommt da sicher immer auch auf die individuelle Verträglichkeit und Passform an.
So kann man z. B. auf losteye.com lesen, dass einige Betroffene wegen allergischen Reaktionen, weder Augen aus Acrylglas noch (neuerdings) Silikon vertragen, sich stattdessen lieber die Lider zunähen lassen und dauerhaft eine Augenklappe tragen.
Eine australische Userin vertägt beispielsweise nur Glas und da der letzte Ocularist in Down Under der dort Glasaugen gemacht hatte, nicht mehr praktiziert wird sie demnächst nach DE reisen (müssen) um sich dort ihre Prothese anfertigen zu lassen.


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )

Patient81
Beiträge: 217
Registriert: Sa 25. Mär 2017, 20:39

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Patient81 » Fr 28. Apr 2017, 16:36

@Udo

Was du an Quellentext vorlegst in deinem Kommentar, behandelt nur eine gewisse Zeitspanne. Ich redete nicht von früher, sondern von unserer gegenwärtigen Zeit. Dein Zitat behandelt insofern nur den Ursprung, aber nicht den Grund, warum es heute immer noch so anhält.

Heute gibt es für Amerikaner keine Probleme mehr mit der Zugänglichkeit für Glasaugen. Wenn man sie denn wirklich möchte, könnte man sie per Cargo bestellen. Gut, es würde natürlich bisschen mehr kosten, aber möglich ist es definitiv.

Wer also überzeuger Echtglasaugenfan ist, der wird auch keine Probleme haben.
Sogar hier in Deutschland kannst du mittlerweile Glasaugen herstellen lassen und musst nicht mal zugegen sein.

Ich denke aber generell, dass sich mit den Jahren in Amerika das Acrylauge ganz einfach etabliert hat, so wie das Glasauge in Deutschland. Vermutlich leben wir in einer Zeit, wo langsam aber sicher auch die jeweils andere Variante den einen oder anderen Patienten neugierig macht und sie auch ausprobieren möchte.

Daher betrachte ich es bisschen differenter und gehe auch nicht mehr davon aus, dass die ursächlichen Faktoren auch heute noch zutreffen, weshalb die Amerikaner das Acrylauge benutzen.
Anbei bemerkt- ein Acrylglas allgemein ist in der Herstellung wirtschaftlich betrachtet kostspieliger.



Benutzeravatar
Bits&Bytes
Beiträge: 293
Registriert: So 2. Apr 2017, 14:09
Wohnort: Bochum

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Bits&Bytes » Sa 29. Apr 2017, 01:23

@Patient81,

Du schreibst:
"Heute gibt es für Amerikaner keine Probleme mehr mit der Zugänglichkeit für Glasaugen. Wenn man sie denn wirklich möchte, könnte man sie per Cargo bestellen. Gut, es würde natürlich bisschen mehr kosten, aber möglich ist es definitiv.

Wer also überzeuger Echtglasaugenfan ist, der wird auch keine Probleme haben.
"

Vergisst Du da nicht eine Kleinigkeit ? Es ist ja wohl nicht damit getan sich per Cargo (fertige) Glasaugen aus DE zu besorgen, es müsste in den Staaten auch Ocularisten geben, die diese individuell anpassen könnten und die gibt es eben nicht.
Die Amerikaner haben halt damals die Entscheidung getroffen, sich vollständig auf Kunststoff zu spezialisieren und da spricht ja im Prinzip auch nichts gegen, ich habe auf losteye allerdings auch einige Posts gelesen die bedauern eben nicht die Möglichkeit zu haben, es mal mit Glas probieren zu können.
So jedes Jahr einmal nach Deutschland zu jetten und sich zwei Glasaugen (1 Ersatz) anfertigen zu lassen, wäre ja nun wohl auch nicht mal eben für jedermann möglich.

In sofern finde ich es schon vorteilhaft, dass wir hier beide Möglichkeiten haben, Augenkünstler mit grosser Expertise in der Anfertigung von Glasaugen, aber eben auch Epithetiker die Kunstoffaugen herstellen können.

Und wie gesagt, beide Materialen haben ihre Vor- und Nachteile und wer hier mit Glas nicht klar kommt, kann auf Kunststoff ausweichen, die Möglichkeit hat der Durchschnittsamerikaner eben nicht so einfach.


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )

Patient81
Beiträge: 217
Registriert: Sa 25. Mär 2017, 20:39

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Patient81 » Sa 29. Apr 2017, 02:04

@Udo

"Vergisst Du da nicht eine Kleinigkeit ? Es ist ja wohl nicht damit getan sich per Cargo (fertige) Glasaugen aus DE zu besorgen, es müsste in den Staaten auch Ocularisten geben, die diese individuell anpassen könnten und die gibt es eben nicht."

Leider bisschen unvollständig von dir! Erkundige dich mal, bitte, was es mittlerweile für Dienstleistungen gibt! Man schickt dir keine "Glasaugen" zu, sondern angepasste Glasaugen, die dir auch passen! Diesen Service bietet z.B. ein Ocularist in Köln an.

Aber auch darum geht es nicht. :!: :!:

Ganz am Anfang sagst du direkt, dass ein Kunstauge nicht prädestiniert ist für trockene Augen. Alleine das war schon eine sachlich nicht so wirklich richtige Aussage von dir.

Nun argumentierst du diese These unter den Teppich, wenn ich das mal mit Verlaub sagen darf, und führst eine andere Argumentation an, dass die Amerikaner nicht die Möglichkeiten hätten wie wir. Aber um es deutlich zu machen. Ich habe mich lediglich deiner einleitdenden These bedient. Wollte also keine Weltreise machen, sondern nur zu erkennen geben, dass diese Pauschalisierung von dir nicht richtig ist.

Und damit du meinen Einwand nicht verkennst, habe ich explizit wissenschaftlich argumentiert. Ich kannte nämlich im Vorfeld die Eigenschaften von Acrylglas und dass diese enorm viele positive Eigenschaften hat, ja, zum Teil sogar besser ist als Echtglas.



Benutzeravatar
Bits&Bytes
Beiträge: 293
Registriert: So 2. Apr 2017, 14:09
Wohnort: Bochum

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Bits&Bytes » Sa 29. Apr 2017, 02:59

@Patient,

klaro, dem Ocularisten in Köln schicke ich ein Bild von mit und er returniert mir eine auf meine Augenhöhlen- und Implantatverhältnisse angepasste Prothese.
Vielen Dank, auf diese Dienstleistung würde und werde ich gerne verzichten :mrgreen:

Deinen "wissenschaftlichen" Argumemten zum Trotz ist es weiterhin eine Tatsache, dass Kunststoff hydrophob (wasserabweisend) und Kryolithglas hydrophil (einen Wasserfilm bilden) reagiert.
Vielleicht kannst Du ja hier mal die wissenschaftliche Untersuchung anführen, die für Acrylglas das Gegenteil behauptet.
Dafür schon mal vielen Dank. Bin immer gerne bereit dazu zu lernen.

Ich argumentiere auch keine These unter den Teppich, die schechtere Benetzbarkeit von Kunststoff ist eine Tatsache und wird auch durch Deine gegenteilige Behauptungen nicht richtiger.

Ansonsten lass ich Dir wie üblich und zu erwarten wieder das letzte Wort, ich bin der fruchtlosen Diskussion jedenfalls überdrüssig und erkläre sie was mich angeht für beendet.


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )

Patient81
Beiträge: 217
Registriert: Sa 25. Mär 2017, 20:39

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Patient81 » Sa 29. Apr 2017, 11:59

@Udo

Sogar Britt hat in einem Beitrag geschrieben, dass sie den Unterschied der hydrophoben und hydrophobilen Eigenschaft zwischen Echtglasauge und Acryglasauge nicht bemerkt :!: :!: Denke, damit haben wir zumindest ein empirisches Beispiel dafür, dass deine Behauptung so nicht unbedingt richtig ist :!:

Also hydrophobische Eigenschaften JA, aber dennoch prädestiniert als Acryglasauge, selbst bei Feuchtigkeitsproblemen.

Denn, "Jedoch besitzt Acryl eine geringere Haftung und Elastizität als Silikon und ist nur bedingt wasserabweisend" (Quelle: Wikipedia). Also BEDINGT und nicht grundsätzlich. Das geht ja mit der Erfahrung von Britt einher.

Im Übrigen kann man ein Acrylglas sehr fein polieren. Der hydrophoben Eigenschaft beim Acrylglasauge kann man zumindest kleinflächig beikommen, was ja bei Britt anscheinend auch so empfunden wird, so wie sie es schildert.

Und die Sache mit dem Service, welches ich ansprach, mag für dich sehr unpersönlich erscheinen, dennoch gibt es sie und wäre nicht als Service angeboten worden, wenn es scheinbar nicht effizient wäre oder gar nicht Sinn machen würde.

Ich bin auch kein Freund dessen, aber das muss nicht heißen, dass es keine Alternative darstellen darf und kann für Menschen, die sich das extern anfertigen lassen möchten. Wir sollten froh sein, dass wir immer mehr Möglichkeiten haben.


Zum Abschluss- es ist keine fruchtlose Diskussion und ich möchte auch nicht das letzte Wort haben. Ich kann und will nur nicht Halbwahrheiten stehen lassen oder pauschale Aussagen, die so nicht stimmen, Udo.
Ferner habe ich nichts abgestritten, sondern nur einiges korrigiert anhand Belegen. Das ist also nicht meine subjektive Meinung, sondern schon anhand von Literatur begründet.

Und den anfänglichen Trend seit dem Ende des 2. Weltkrieges und die Folgen danach habe ich ja auch nicht abgestritten. Da gab ich dir Recht. Nur bezweifle ich stark, dass dies immer noch der Grund ist. Denke, dieser Grund ist gegenwärtig etwas überholt und der Grund mittlerweile eher am Preis liegt.

"..für eine Prothese, und in den USA, habe ich mir sagen lassen, kostet eine Glasprothese sogar 2.000 Dollar. Wer kann sich das leisten? Für die Reichen ist das natürlich kein Problem.." (Quelle: "Taz"-30.09.1996)

Hier geht es mir um Sachverhalte und nicht, dass ich von dir Däumchen oder nette Smileys erhalte. Nur damit wir mal Butter bei die Fische geben.

Edit: Ich bin sehr gelassen. Weil ich merke, dass es in der Schriftsprache manchmal anders wirken kann, wenn man sachlich schreibt und besonders, wenn man kritisch ist. Also habe nichts gegen dich, nach wie vor! :)
Zuletzt geändert von Patient81 am Sa 29. Apr 2017, 14:18, insgesamt 5-mal geändert.



sstempel
Administrator
Beiträge: 39
Registriert: So 19. Mär 2017, 23:39
Kontaktdaten:

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von sstempel » Sa 29. Apr 2017, 13:13

Danke für Ihre Interessanten und beidseitig mit Argumenten belegten Ausführung.

Grüße und ein schönes Wochenende mit allerbesten Wetter.

sstempel



Patient81
Beiträge: 217
Registriert: Sa 25. Mär 2017, 20:39

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Patient81 » Sa 29. Apr 2017, 14:39

Vielen Dank, Herr sstempel!

Das liegt aber an den Ansprüchen. Man möchte schließlich Fakten und Hinweise, die möglichst zu positiven Ergebnissen führen. Und wenn man schon faktisch argumentiert, darf man es auch nicht persönlich nehmen, wenn es kritische Gegenargumente mit Belegen gibt. Das gehört schließlich zu einer kultivierten Diskussion dazu.



Benutzeravatar
Bits&Bytes
Beiträge: 293
Registriert: So 2. Apr 2017, 14:09
Wohnort: Bochum

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Bits&Bytes » So 30. Apr 2017, 09:47

Patient81 hat geschrieben:
Do 27. Apr 2017, 16:55
Hallo,

finde, man kann es nicht pauschalisieren, welches Material grundsätzlich nicht in Frage käme bei trockenen Augen und ein "Kunststoffauge" sogar noch weniger. Denn ein "Kunststoffauge" wird aus "Polymethylmethacrylat" hergestellt, was viele positive Eigenschaften aufweist. ;)

Z.B. bruchsicherer und stabiler als Echtglas, witterungsbeständiger als Echtglas, somit ist der Verschleiß nicht so schnell erreicht wie beim Echtglas. Also die Oberfläche bleibt länger "glatt" und Feuchtigkeit kann für eine längere Dauer über das "Auge" gleiten. Dies würde ja theoretisch heißen, verwendet man Augentropfen, könnte man sie in größeren Intervallen tropfen.
........
Zusammenfassend lässt sich eigentlich sagen, dass ein "Acrylauge" dem "Glasauge" in Nichts nachsteht, sogar überwiegend vorteilhafter ist. Vielleicht erklärt das auch, warum in Amerika oder England die meisten Betroffenen eher ein "Kunstsoffauge" tragen. ;) ;)
......

Patient81
Hallo Patient,

also die Erklärung von Britt habe ich voll und ganz akzeptiert, Sie ist aktuell hier meines Wissens die Einzige die ein Acrylauge trägt und wenn Sie sagt, dass durch den (jetzt) kompletten Lidschluss bei ihr sich der Tränenfilm auch gut über das Auge verteilt und es eben dadurch keine Benetzungsprobleme gibt, ist das auch für mich nachvollziehbar.

Insofern habe ich keinen Anlass gesehen, nach meiner Eingangsthese darauf überhaupt noch einmal einzugehen und diese Eingangsthese habe ich der hydropoben Eigenschaft des Kunststoffes abgeleitet.
Wie sich dann durch Britts Erklärung zeigte ist Theorie eben nicht gleich Praxis und das ist hier, wie in vielen anderen Fällen auch gut so.

Also was an Deiner von Dir ja nun nicht mehr als "wissenschaftliche" Tatsache hingestellt Aussage mit Sicherheit nicht zutrifft ist dies:

"Also die Oberfläche bleibt länger "glatt" und Feuchtigkeit kann für eine längere Dauer über das "Auge" gleiten.".

Das ist, wenn man sich die in meinem Link dargestellten und mit Rasterelektronenmikroskop gemachten Aufnahmen ansieht, schlicht und einfach falsch.
Schon vor der erstmaligen Verwendung des Kunstauges ist die Kunststoffoberfäche rauher,.

Zitate:
- "Die feuerpolierte Oberfläche zeigt sich auch bei extremer Vergrößerung glatter." (Glas)
- "Zusätzlich zu den Oberflächendefekten sind auch die für diese Prothesen typischen, parallel verlaufenden Kratzer erkennbar.
" (Kunststoff)
Quelle: http://www.kunstaugen-stuttgart.de/mate ... leich.html

Die Bilder nach einem Jahr Tragezeit finde ich noch aufschlussreicher.

Daher muss / sollte eine Kunststoffprothese ja nach spätestens einem halben Jahr mechanisch nachpoliert werden, die feuerpolierte Glasaugenoberfläche bleibt jedoch ein ganzes bis 1,5 Jahre lang so ausreichend glatt, dass keine Reizungen der Bindehaut entstehen.

Also Deine Aussage, dass ein Acrylauge "sogar überwiegend vorteilhafter ist" kann man so global auch nicht stehen lassen.
Es wird Prothesenträger wie Britt geben, die Dir da eher zustimmen würden und andere die Glasaugen den Vorzug geben.

Und solche Sprüche:
Hier geht es mir um Sachverhalte und nicht, dass ich von dir Däumchen oder nette Smileys erhalte. Nur damit wir mal Butter bei die Fische geben.
kannst Du Dir, jedenfalls was mich betrifft jetzt und für die Zukunft ersparen.
Ich, im Gegensatz zu manchen anderen, argumentiere immer und ausschließlich sachlich.
Patient81 hat geschrieben:
Sa 29. Apr 2017, 14:39
Vielen Dank, Herr sstempel!

Das liegt aber an den Ansprüchen. Man möchte schließlich Fakten und Hinweise, die möglichst zu positiven Ergebnissen führen. Und wenn man schon faktisch argumentiert, darf man es auch nicht persönlich nehmen, wenn es kritische Gegenargumente mit Belegen gibt. Das gehört schließlich zu einer kultivierten Diskussion dazu.
Dann möchte ich doch darum bitten in der Zukunft auch gleich die Belege für die kritischen Gegenargumente mitzuliefern, dafür schon mal an dieser Stelle vielen Dank.


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )

sstempel
Administrator
Beiträge: 39
Registriert: So 19. Mär 2017, 23:39
Kontaktdaten:

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von sstempel » So 30. Apr 2017, 12:17

@Patient81 & @Bits&Bytes

Hiermit möchte ich Sie beide bitten Ihre Erörterungen nicht im Streitigkeiten Enden zu lassen. Das ist für die Thematik und Forenbesucher nicht wünschenswert.

Hochachtungsvoll
sstempel



Patient81
Beiträge: 217
Registriert: Sa 25. Mär 2017, 20:39

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Patient81 » So 30. Apr 2017, 12:44

Hallo Herr sstempel,

da gebe ich Ihnen zu 100% Recht :!: :!: :!: :)

Ich könnte jetzt Udo erwidern, da er wieder einiges durcheinander bringt. Aber ich belasse es hiermit.

Schönen Gruß

Patient81



Olga1991
Beiträge: 319
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 18:27
Wohnort: Hessen

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Olga1991 » So 30. Apr 2017, 13:10

Ich denke auch jeder hat seine eigene Meinung zu Kunststoffaugen.

So eine Diskussion sollte nicht im Streit enden!


12/2016: Enukleation linkes Auge
09/2017: Kunststoff Augenprothese (Acryl)

Benutzeravatar
Bits&Bytes
Beiträge: 293
Registriert: So 2. Apr 2017, 14:09
Wohnort: Bochum

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Bits&Bytes » Mo 1. Mai 2017, 08:11

Hallo Herr Stempel,

ich danke Ihnen, dass Sie an dieser Stelle eingreifen.

Ich bin nun wirklich kein Mensch der auf Krawall gebürstet ist, sondern bin im Gegenteil eigentlich immer um Ausgleich bemüht, aber wenn Sie sich den Verlauf dieses von mir eröffneten Threads ansehen, kann Ihnen nicht entgangen sein, dass hier unrichtige Aussagen über das Material Acrylglas (PMMA) gemacht worden sind.

Ich denke, dass man dies auch und gerade für (neue) Forenbesucher richtigstellen musste.

Die dann im weiteren immer provozierender werdenden Beiträge, konnte ich nicht unbeantwortet lassen.

Von mir aus können Sie als Admin den Thread gerne schliessen, oder wenn Sie das hier Gesagte als nutzlos ansehen, auch komplett löschen.

Liebe @Olga, wenn Patient81 der Meinung ist, das Kunststoff nun das vorteilhaftere Material für Kunstaugen ist, kann er dies auch gerne als seine Meinung äussern, sollte diese dann aber nicht als wissenschaftlich belastbare Tatsache darstellen, sondern eben als seine MEINUNG.


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )

Patient81
Beiträge: 217
Registriert: Sa 25. Mär 2017, 20:39

Re: Vor- und Nachteile Kunststoff vs. Glasauge

Beitrag von Patient81 » Mo 1. Mai 2017, 16:21

Hallo Udo,

ist gut! Ich habe die SCHULD! Ich nehme alles auf mich. Also belassen wir es nun dabei. Weiter geht es sachlich, bitte!

Man muss es nicht in die Länge ziehen.

DANKE!

Gruss

Patient81



Antworten