Vorstellungsrunde :-)

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DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Hallo,
mein Name ist Dirk, komme aus der Nähe von Frankfurt und ich habe seit gestern die Augenentfernung auf dem Schirm ;-(

Seit 2009 habe ich ein Aderhautmelanom - lebte damit jetzt gut 10 Jahre. Allerdings seit 1 Woche wurde die Pupille riesig und nicht mehr klein, dann kamen Druckschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerz dazu und als ich dann endlich zum Augenarzt konnte, schickte diese mich mit einem Druck von über 60 in die Augenklinik.
Nach vielen Untersuchungen stand Glaukomanfall aufgrund Tumor fest und mir wurde eine Entfernung angeraten. Leider durfte ich nicht gleich da bleiben und die haben mich abends um 9 (ohne Transportschein, völlig fertig und mit 2 Wassertabletten intus) auf die Straße gesetzt - sieh zu, wie du heim kommst ;-( Äußerst unschön.

Nun ist der OP Termin für die Entfernung am 20.8.

Meine Frage: heute sind die Schmerzen wieder viel schlimmer geworden, ich habe Simbrinza Tropfen, die scheinbar nichts (nicht viel) bewirken. Dazu soll ich Ibu nehmen, was aber auch nicht wirklich hilft. Aktuell graut mir schon vor dem Wochenende. Und nie im Leben halte ich diese Schmerzen bis zum 20.8. noch aus.

Hat irgendwer Erfahrungen mit Schmerzmitteln? Hilft da irgendwas?
Kann man sonst irgendwie den Druck runter bekommen? Die Wassertabletten soll ich nicht daheim nehmen, weil gestern mit den 2 Tabletten der Blutdruck krass abfiel und Beine + Arme + Gesicht kribbelten wie irr.

Danke vorab (ich werde sicher dann noch einige Fragen haben).
Dirk
Charlotte
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Charlotte »

Hallo Dirk,

willkommen im Forum!

Das klingt ja wirklich heftig, was du schreibst.
Ich habe leider keine Idee, was Druck-Reduzierung und Schmerzbehandlung angeht.
Ich würde bei so starken Schmerzen aber auf jeden Fall noch einmal in die Augenklinik fahren - und zwar als Notfall!!!
Die sollten doch fähig sein, entweder den Druck zu reduzieren oder aber ein stärkeres Schmerzmittel verschreiben.
Oder aber den OP-Termin vorverlegen.
Auf jeden Fall muss es doch möglich sein, dir zu helfen.

Ich drücke dir die Daumen, dass es klappt!

Liebe Grüße

Charlotte
DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Danke Charlotte!

Ich war gestern als Notfall wieder dort und hab jetzt noch Entwässerungstabletten und ein anderes Schmerzmittel bekommen, aber zufrieden bin ich nicht. Tut immer noch weh und mein Magen streikt jetzt schon mit den ganzen Medikamenten.

Vorziehen würde ich gern, allerdings beraten die erst Montag in ihrer Konferenz ob und wenn ja auf wann sie vorziehen können. Insgesamt sehr sehr unangenehm das drumrum.
Ich fühle mich irgendwie nicht für voll genommen.

War hier noch irgendwer in Höchst?

Kennt irgendwer einen guten Fachmann für danach das Implantat (oder wie heisst das Glasauge?)?

Müde Grüße
Dirk
Rainchen
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Rainchen »

Hallo Dirk,

willkommen im Forum auch von mir :) Nun in Sachen Druck-Reduzierung kann ich dir nur sagen, dass mir damals in München in mein Auge ein kleines Löchlein gelasert wurde, um als Druckventil zu fungieren.

Allerdings hatte ich damals zu niedrigen Innendruck im Auge und das wurde gemacht, falls der Druck rasant wieder ansteigen sollte.

Und zur Frage wegen des Implantats: Das ist der Teil, der dir anstelle des Augapfels eingesetzt wird, um die leere Augenhöhle zu füllen. Hier für gibt es ein paar Möglichkeiten, was dir dafür eingesetzt werden kann.

Es gibt das DFT (Dermis-Fett-Transplantat), für welches dir ein Teil Fett und Haut aus dem Po entnommen wird, zu einer Kugel geformt wird und dann in die Augenhöhle eingesetzt wird, es wird dann auch mit den Augenmuskeln verbunden und somit bewegt sich die Prothese (das Glasauge) mit. Ich persönlich habe ein solches Transplantat eingesetzt bekommen.

Dann gibt es noch Hydroxylapatit, dass ist etwas das aus Korallen gewonnen wird und auch das wird ähnlich wie das DFT eingesetzt.

Ich denke es gibt noch ein paar mehr, allerdings sind mir diese nicht sehr geläufig, vielleicht kann dir dazu jemand anderes mehr sagen, aber ich denke das diese zwei die häufigsten Implantate sind.

Dann kommt über das jeweilige Transplantat das Glasauge, welches du nach belieben herausnehmen und einsetzen kannst. Du musst dir das wie eine überdimensionale Kontaktlinse vorstellen. Das Glasauge schlüpft oben und unten zwischen das Transplantat und deine Lider und wird somit im Auge gehalten.

Ich hoffe ich konnte damit ein bisschen helfen.

Liebe Grüße,
Vanessa
DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Danke Vanessa!

Mittlerweile hat Höchst meinen "Fall" an Karlsruhe abgetreten, sie trauen es sich nicht zu, weil der Sehnerv u. U. mit betroffen ist.

Hatte schon jemand den Fall mit dem Sehnerv? Leider konnte mir noch keiner sagen, was das nun für die OP und für mich bedeutet.
In Karlsruhe war da jemand schon? Bei Prof. Lieb?

Mo. muss ich hin und HOFFE, dass mir dann endlich geholfen wird ...

Euch allen ein hoffentlich schönes WE!
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Bits&Bytes
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Bits&Bytes »

hallo dirk,

leider kenne ich karlsruhe nicht, allerdings scheint nur ein KH dort einigermassen erfahrungen mit der operation enukleation des auges zu haben.
guckst du:
https://www.weisse-liste.de/de/krankenh ... ance=KM_50

also was da jetzt für bedenken wegen des sehnervers bestehen. keine ahnung. bist du denn nicht blind auf dem auge mit dem melanom ? lass dir das bitte einmal erklären.
ich hatte vor meiner op ähnliche druckentgleisungen mit schmerzen wie du. vermutlich war der sehnerv ebenfalls geschädigt, aber das war niemals thema.

wünsche dir alles gute und viel erfolg für die op.

grüße
udo
Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )
DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Hallo,
die Entfernung bzw. das Drumherum war Hölle! Schei... KH! Keinerlei Empathie - alle Untersuchungen 5 x (hatte ja alle Befunde mit und einmal alles neu hätte ich verstanden, aber doch nicht jeder nochmal! Wirklich unmöglich, zumal für das gesunde Auge.).

Die Bedenken waren ja, dass der Sehnerv auch von Melanom schon befallen ist, da waren sie sich nach Kontrast-MRT total sicher. GsD hat sich das als falsch raus gestellt. Nix außerhalb vom Auge gewachsen, Sehnerv ist trotzdem komplett raus.

Täglich Stunden auf dem Gang für Visiten zugebracht, auch nach der OP, keinerlei Fragen beantwortet. Am 3. Tag heim (mit dem tollen Spruch: Fahren sie doch Bus und Bahn! Mit starken Schmerzen, Nerven völlig runter und gute 300 km mit geschätzt 9 x Umsteigen und für die letzten 20 km keine Möglichkeit). Null Informationen - null Schmerzmittel (am 1. Tag gab es Novalgin, das hat so gut wie gar nicht gewirkt) ...

Echt unmöglich vom Ablauf.

Nun hocke ich daheim und harre auf den Augenarzt Termin morgen. Hoffe, dass die mir meine Fragen erklären kann.
Z. B. hatte ich gestern plötzlich ein Plastikteil in der Hand - keine Ahnung, ob ich das wieder richtig reingestopft habe. Wusste ja nicht mal, dass da was drin ist, was rausfallen könnte.

Hoffe, dass das nicht bei allen derartig bescheiden ablief!
müde Grüße
Charlotte
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Charlotte »

Lieber Dirk,

das ist ja mehr als fürchterlich, was du erzählst!!!! Gut, dass du es hinter dir hast!

Das Plastikteil, das dir aus dem Auge gefallen ist, ist wohl die Illig-Schale. Das ist so eine kleine durchsichtige Halbschale, die nach der OP als Platzhalter in die Augenhöhle gesetzt wird. Die hast du sicher richtig wieder eingesetzt, da kann man eigentlich gar nichts verkehrt machen.

Hoffentlich bist du bei deinem Augenarzt besser aufgehoben als im KH.
Ich drück dir für den weiteren Verlauf beide Daumen und wünsch dir, dass der Rest möglichst unproblematisch wird.

Liebe Grüße

Charlotte
DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Vielen Dank Charlotte!
Ja - meine Augenärztin konnte mir meine Fragen beantworten (traurig genug, dass das KH dies nicht tat) und hat mir ein Rezept für das Glasauge gegeben. Dort hab ich nächste Woche Termin für ein Provisorium und bin schwer gespannt.
Leider drückt und reibt die Plastikschale im Auge sehr und es ist alles noch extrem geschwollen (sogar die Zornesfalten auf der Stirn sind glatt ;-) .

Liebe Grüße
Charlotte
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Charlotte »

Hallo Dirk,

andere Leute müssen sich Botox spritzen lassen, wenn sie die Zornesfalten weghaben wollen :lol: !
Aber Spaß beiseite: die Schwellung wird von Tag zu Tag weniger werden und dann hast du auch deine Zornesfalte wieder....
Es hat bei mir allerdings relativ lange gedauert, bis der Bluterguss unterm Auge weg war.

Wenn die Illigschale drückt und reibt hilft im Moment wohl nur ganz viel Schmieren mit Augensalbe.
Sobald du in der nächsten Woche das Provisorium drin hast, wird es sowieso besser. Der Okkularist kann beim Anpassen solange ändern, bis du ein gutes Gefühl hast.
Ich glaube, das Schlimmste hast du jetzt langsam hinter dir - ich wünsch es dir auf jeden Fall!

Liebe Grüße

Charlotte
DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Danke für Deinen Zuspruch! Ich hoffe auch ...

Hattest Du schon mal Stress mit dem Rezept?

Auf meinem steht jetzt "ein Kunstauge nach der Natur". Gestern kam die Bestätigung des Termins bei dem Augenprothetiker - aber da steht auf einmal dabei: "Rezept muss eine Diagnose enthalten".
Ist das so??? Weil ich jetzt nicht mehr an ein neues Rezept komme, die Augenärztin hat 1 Woche Urlaub ;-(

War bei Dir das Provisorium halbwegs ok? Muss man auf irgendwas bei der Anfertigung achten?

Schönen Sonntag!
Charlotte
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Charlotte »

Hallo Dirk,

nicht schlimm, wenn das Rezept nicht vollständig ist, das Problem hatte ich auch schon.
Der Okularist wird trotzdem seine Arbeit machen und dann reichst du das richtige Rezept eben nach, ist ja nur eine Formsache.
Du kannst dir vom Okularisten auch genau sagen lassen, wie es formuliert werden soll.
Augenärzte haben mit diesen Dingen meist wenig Erfahrung...
Das neue Auge wird wahrscheinlich schon relativ gut aussehen. Allerdings muss die Augenhöhle ja erst noch abheilen und ihre endgültige Form haben.
Also mach dir nichts draus, wenn es dir vom Aussehen her noch nicht optimal vorkommt.
Passen sollte es allerdings richtig gut, also möglichst nicht drücken oder kratzen.
Das wird dein Okularist schon hinkriegen ;) .

Einen schönen Sonntag wünsch ich dir!

Charlotte
DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Danke für Deine lieben Worte!!
DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Hallo Charlotte,

es hat alles gut geklappt und das Leben ist zurück! Hab jetzt eine einschalige Glas-Versorgung drin und es schaut es wieder wie Mensch ;-) Gott sei Dank! Alles war recht unkompliziert. Klar sieht das Auge nicht aus wie das andere, aber vermutlich bin ich da viel kritischer als es je ein Fremder merken würde. Vielleicht wird das im Heilungsprozess noch besser.
Viel Bewegung ist leider nicht drin, obwohl ich deutlich eine Bewegung spüre, wenn der Finger auf dem Glasauge liegt.

Die haben sich in Wiesbaden sehr viel Mühe gegeben und im November gibt es das endgültige.

Einen Tipp bekam ich noch: die gehen alle auch auf Reisen. Aber davon wurde mir indirekt abgeraten, weil da deutlich weniger Zeit pro Patient ist.

Zu guter letzt noch eine Frage:
Ich müsste mir ja eigentlich jetzt einen gesetzlichen Augenarzt für die wiederkehrenden Rezepte suchen. Das gestaltet sich enorm schwer, da hier keiner mehr neue Patienten annimmt. Könnten die Folgerezepte auch vom Hausarzt gemacht werden?

Schönes sonniges Wochenende
Dirk - zurück im Leben
Charlotte
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Charlotte »

Hallo Dirk,

klasse!!! Das sind ja endlich mal gute Nachrichten von dir :D !
Das Aussehen war bei mir mit der einschaligen Prothese zwar schon ganz gut, dann aber mit der endgültigen Prothese nochmal deutlich verbessert.
Da kannst du also gute Hoffnung haben.
Die Beweglichkeit ist bei mir auch nicht so supergut, macht mir aber nicht so viel aus. Ich drehe den Kopf immer mit, wenn ich zur Seite schaue, dann fällt es kaum auf.
Außerdem glaube ich auch, dass einen die Leute viel weniger genau anschauen als man meint.
Für das neue Rezept würde ich mir auf jeden Fall einen Augenarzt suchen. Die Krankenkassen können da sehr pingelig sein. Bei mir wurde nach einem Glasbruch bei der neuen Prothese moniert, dass die Formulierung "Glasbruch, bzw. defekt" nicht auf dem Rezept stand...
Aber jetzt freu dich erstmal über dein "neues Auge" und genieß das Wochenende!

Liebe Grüße

Charlotte
Olga1991
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Olga1991 »

Hallo Dirk,
leider war ich in der letzten Zeit nicht sehr aktiv im Forum :-(

Erstmal schön dass du alles hinter dir hast!

Ich komme ursprünglich aus Nähe Karlsruhe, wurde damals mit meiner Augenerkrankung erstmal nach Karlsruhe geschickt. Die haben mich dann nach 3 Tage Aufenthalt in die Uniklinik in Essen geschickt, dort habe ich letztendlich auch mein Auge entfernt nach 15 Jahren Schmerzen aushalten :-)

Ich hätte dir sofort geraten nach Essen zu fahren, die sind spitze.

Ich bin ebenso ab und an in Behndlung in der Uni in Mainz, wieso warst du noch dort wenn du aus Frankfurt kommst?

Ich wohne seit 1 Jahr in Wiesbaden und bin auch beim Ocularist in Wiesbaden, jedoch nu für Kunststoffaugen :-)

Grüße.
12/2016: Enukleation LA
09/2017: Kunststoff Augenprothese (Acryl)
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DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Wunderschönen guten Morgen,

@Olga ... ich wurde explizit von Frankfurt nach Karlsruhe geschickt.
Da bei mir der Verdacht bestand, dass der Sehnerv mit vom Melanom befallen ist, sollte der komplett mit raus. Das wiederum trauten sich die Frankfurter wohl nicht zu und meinten, der Prof. Lieb in Karlsruhe sei genau dafür der Spezialist.

Ich bin ja schon recht "unbeliebt" bei Ärzten, weil ich alles hinterfrage und erklärt haben will, allerdings ging es mir dieses Mal einfach viel zu schlecht um noch irgendwas in Frage zu stellen.
Andersrum scheint der Prof. sehr gut operiert zu haben. Bis auf die Tage direkt nach der OP geht es mir sau gut. Es tut nix groß weh, es war nix blau oder sonstwie bunt.

Was mir allerdings deutlich aufgefallen ist, dass das KH Karlsruhe meine OP völlig verschätzt hat bzw. die Schmerzen. Scheinbar bekommen recht viele direkt bei der OP schon Schmerzmittel oder direkt im Anschluss. Das ist bei mir total versäumt worden. Auch der Spruch "Fahren sie mit Bus und Bahn heim - sie haben ja noch ein Auge" - das ganze am 3. nach OP - hat mir gezeigt, dass die wohl sonst eher Linsen tauschen.

Jetzt aber mal: 15 Jahre schmerzen????? Was zur Hölle hattest Du? Mir haben die 4 Wochen vor OP schon gelangt!

Die Okularisten in Wiesbaden sind gut oder? Da ich mein übergangs-Glasauge jetzt seit dem 29. nicht einmal draußen hatte ohne Probleme, scheint es gut zu passen (ok 1 x für ein Bündel Hundehaare musste es raus).
Kunststoff? Wie bist Du zufrieden? Was ist da anders?

@Charlotte: Dank Deines Tipps hab ich jetzt am 23. einen Augenarzt Termin. Hoffe sehr, dass ich von dem dann immer problemlos ein Rezept bekomme.

Sonniges Wochenende für alle
Dirk wieder im leben (obwohl ich die Optik immer noch sehr sehr unterschiedlich finde, von den Lidern etc. - nicht vom Glas)
Charlotte
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Charlotte »

Hallo Dirk,

hab ich dich richtig verstanden, dass du deine Prothese bisher nur einmal raus genommen hast?

Mir hat der Okkularist sehr ans Herz gelegt jeden Tag die Prothese raus zu nehmen und zu säubern.
Hinter der Prothese kann sich doch einiges an Schleim ansammeln. Ich glaube gerade in der Anfangszeit ist das Reinigen wichtig, weil die Augenhöhle ja noch nicht ganz abgeheilt ist.
Ich weiß, dass einige von uns (Udo zum Beispiel) prima damit klarkommen die Prothese jeweils nur von aussen zu säubern.
Meinem Auge geht es aber mit der täglichen Reinigung deutlich besser. Bin gespannt zu hören, was dir vom Okkularisten gesagt wurde.

Ein schönes Wochenende wünscht

Charlotte
Rainchen
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Rainchen »

Hallo Dirk, Charlotte,

Mir hat mein Occularist am Anfang erklärt, dass das Reinigen und rausnehmen mir überlassen sei. Wenn ich fühle, dass es mich stört, dann solle ich es reinigen, ansonsten ist es kein "Muss" es z.B. täglich herauszunehmen.

Ich denke hier gibt es kein "richtig" und "falsch" und kommt rein auf den Menschen an, wenn es sich nicht gut anfühlt, dann gerne rausnehmen und reinigen, ansonsten kann es ruhig über mehrere Tage, Wochen, vielleicht sogar Monate in der Augenhöhle bleiben.

Seit ich vor einem Monat mein zweites Glasauge erhalten habe, habe ich es eigentlich nicht mehr herausgenommen und auch das andere Auge zuvor habe ich eigentlich nur noch höchstens einmal im Monat herausgenommen.

Liebe Grüße,
Vanessa
Olga1991
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Olga1991 »

DirkH hat geschrieben: Sa 14. Sep 2019, 07:54
Jetzt aber mal: 15 Jahre schmerzen????? Was zur Hölle hattest Du? Mir haben die 4 Wochen vor OP schon gelangt!

Die Okularisten in Wiesbaden sind gut oder? Da ich mein übergangs-Glasauge jetzt seit dem 29. nicht einmal draußen hatte ohne Probleme, scheint es gut zu passen (ok 1 x für ein Bündel Hundehaare musste es raus).
Kunststoff? Wie bist Du zufrieden? Was ist da anders?
Naja das war etwas falsch ausgedrückt von mir 😄
Vor 17 Jahren wurde meine Erkrankung diagnostiziert und seit dem hatte ich über 15 Operationen am Auge. Immer wieder hatte ich eine Netzhautablösung und wurde alle paar Monate gelasert. Die letzten 5 Jahre vor der Enukleation wurde nichts mehr gemacht, weil es einfach sinnlos war!

Die Schmerzen fingen erst so richtig an ca 2 Jahre vor der Entfernung... Mal besser, mal schlimmer ...

Ich bin zu Kunststoff gekommen weil ich die Glasprothese nicht vertragen habe. Ich bin sehr zufrieden damit 😊
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DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Olga1991 hat geschrieben: Mo 16. Sep 2019, 19:38 Naja das war etwas falsch ausgedrückt von mir 😄
Vor 17 Jahren wurde meine Erkrankung diagnostiziert und seit dem hatte ich über 15 Operationen am Auge. Immer wieder hatte ich eine Netzhautablösung und wurde alle paar Monate gelasert. Die letzten 5 Jahre vor der Enukleation wurde nichts mehr gemacht, weil es einfach sinnlos war!

Die Schmerzen fingen erst so richtig an ca 2 Jahre vor der Entfernung... Mal besser, mal schlimmer ...

Ich bin zu Kunststoff gekommen weil ich die Glasprothese nicht vertragen habe. Ich bin sehr zufrieden damit 😊
Ohhhhhhhh mein Gott! Darf ich fragen, was für eine Erkrankung Du hast?

Da bin ich schon wieder froh, dass ich nur 6 Wochen Schmerzen hatte, die haben mir locker gereicht ;-( Auch bestätigt mir das, dass es richtig war, jetzt nicht mehr "alles" zu versuchen - es hätte noch 2 Möglichkeiten gegeben, aber a) war das Auge eh schon lange blind und b) sah auch das nicht mehr annähernd gut aus ...

Woran hast Du denn gemerkt, dass Du Glas nicht verträgst und was genau ist anders mit Kunststoff?

Viele Grüße
Dirk
DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Rainchen hat geschrieben: Mo 16. Sep 2019, 08:27 Mir hat mein Occularist am Anfang erklärt, dass das Reinigen und rausnehmen mir überlassen sei. Wenn ich fühle, dass es mich stört, dann solle ich es reinigen, ansonsten ist es kein "Muss" es z.B. täglich herauszunehmen.
Hallo Vanessa,

ja, genau so wurde mir das auch gesagt und ich fand das rausnehmen eher stressiger. Auch hatte ich in den ersten 2 Tagen (da hab ich es x mal raus genommen) viel mehr "Schleim", der jetzt komplett weg ist, seit es drin bleibt.

Wie kommst Du denn klar mit Deiner Prothese?

schöne Grüße
Dirk
Rainchen
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Rainchen »

Hallo Dirk,

ich komm ziemlich gut damit klar, die meiste Zeit spüre ich die Prothese absolut gar nicht und nur morgens ist sie mal etwas verklebt.

ein Tipp noch:
Ich hatte es letztens auch, dass sich im August plötzlich viel mehr Schleim gebildet hatte an der Prothese. Mein Occularist meinte aber es wäre normal, vor allem wenn es sehr heiß wäre, da die Tränenflüssigkeit dann eventuell schneller austrocknet und vermehrt diesen Schleim bildet.
Wenn ich dann das Glasauge nicht herausnehmen möchte, reicht auch ein feuchter Waschlappen über dem Auge, sollte es denn dann doch mal zu trocken werden.
Seit es wieder Kühler ist habe ich auch damit absolut keine Probleme mehr.

Klar hatte ich auch schon den Moment, als ich es mal herausgenommen habe und es danach partout nicht richtig sitzen wollte, aber dann darf man nicht verzweifelt werden sondern einfach Ruhe bewahren und es ein paar Mal versuchen.

Jedenfalls bin ich mit dem Glasauge um einiges zufriedener als ich es mit meinem echten Auge je war, es sah immer anders aus, weil ich schon mit 11/12/13 einen Grauen Star bekommen hatte und als Kind eigentlich immer geschielt habe.
Dann vor einem Jahr hat das Auge stark zu schrumpfen angefangen und sah halt wirklich nicht mehr schön aus. Jetzt sehen beide Augen nahezu identisch aus, nur dass mein Glasauge immer etwas nach unten schielt und sich nicht ganz bei jeder Bewegung mit bewegt.

Liebe Grüße,
Vanessa
Olga1991
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Olga1991 »

DirkH hat geschrieben: Do 19. Sep 2019, 10:43
Olga1991 hat geschrieben: Mo 16. Sep 2019, 19:38 Naja das war etwas falsch ausgedrückt von mir 😄
Vor 17 Jahren wurde meine Erkrankung diagnostiziert und seit dem hatte ich über 15 Operationen am Auge. Immer wieder hatte ich eine Netzhautablösung und wurde alle paar Monate gelasert. Die letzten 5 Jahre vor der Enukleation wurde nichts mehr gemacht, weil es einfach sinnlos war!

Die Schmerzen fingen erst so richtig an ca 2 Jahre vor der Entfernung... Mal besser, mal schlimmer ...

Ich bin zu Kunststoff gekommen weil ich die Glasprothese nicht vertragen habe. Ich bin sehr zufrieden damit 😊
Ohhhhhhhh mein Gott! Darf ich fragen, was für eine Erkrankung Du hast?

Da bin ich schon wieder froh, dass ich nur 6 Wochen Schmerzen hatte, die haben mir locker gereicht ;-( Auch bestätigt mir das, dass es richtig war, jetzt nicht mehr "alles" zu versuchen - es hätte noch 2 Möglichkeiten gegeben, aber a) war das Auge eh schon lange blind und b) sah auch das nicht mehr annähernd gut aus ...

Woran hast Du denn gemerkt, dass Du Glas nicht verträgst und was genau ist anders mit Kunststoff?

Viele Grüße
Dirk
Meine Erkrankung nennt man Von-Hippel-Lindau Syndrom.

Ich habe die Unverträglichkeit gemerkt indem ich andauernd eine Bindehautentzündung hatte und meine Bindehaut nach der Operation nicht richtig heilen konnte. Ich habe das Auge nur halb zubekommen dadurch waren meine Lider ständig gereizt und haben gebrannt.

Kunststoff vertrage ich sehr gut, diese wird direkt angepasst und die Oberfläche ist nicht so glatt... Komischerweise bekomme ich hier das Auge zu 😄
12/2016: Enukleation LA
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DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Guten Morgen,

@Olga: jetzt musste ich erst mal googeln.
Du hast da aber echt massiv was durch ... da werde ich ja richtig demütig dagegen.
Spannend auch, dass Du Kunststoff besser verträgst. Nach Deinem langen Weg: Gott sei Dank! Kannst Du sonst einen Unterschied zu Glas feststellen?

@Vanessa: Danke für die Tipps!! Ich bin echt froh um jeden, da man mit dem Thema ziemlich alleine gelassen wird ;-(

Gestern war ich bei dem neuen gesetzlichen Augenarzt - musste ja einen für die Rezepte in Zukunft suchen.
Und jetzt weiß ich wieder, warum ich all die Jahre bei der privaten war. Die hat nicht mal das Glausauge raus genommen - nix. Auf Nachfrage wegen Kontrolle (die OP ist ja erst am 14.8. gewesen), meinte sie, ich würde schon "merken", wenn was nicht stimmt.
Ist das so?
Ohh man - wie deprimierend! 30 sec und ich war wieder draußen. Soll mich melden, wenn ich ein Rezept brauche.

Hoffe sehr, dass das bei anderen nicht so läuft ;-(

lg Dirk
Charlotte
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Charlotte »

Hallo Dirk,

das kenn ich gut, dass der Augenarzt nur mal von aussen auf die Prothese schaut und kein Interesse am Rausnehmen hat.
Ich glaube, die sind einfach total unerfahren mit diesen Dingen.
Hauptsache du hast jetzt erstmal einen Augenarzt für´s Rezept - und für das gesunde Auge ist es vielleicht ja ein ganz guter Arzt ;) .
Für das nächste Rezept würde ich zur Sicherheit vorher den Okkularisten fragen, was draufstehen soll, dann bist du auf der sicheren Seite.

Ich habe im Mai (1 Jahr nach der OP) von Glas auf Kunststoff gewechselt, weil ich ähnlich wie Olga Glas nicht so gut vertragen habe.
Ich hatte immer sehr viel Tränenflüssigkeit hinter der Prothese, die oft beim Augenschließen rausgelaufen ist. Dadurch war der Lidrand ständig gereizt.
Mit Kunststoff ist das Problem weg, weil die Prothese ganz passgenau auf dem Implantat sitzt. Jetzt bin ich sehr zufrieden.

Liebe Grüße

Charlotte
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Bits&Bytes
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Bits&Bytes »

Hallo Dirk,

bei meiner Augenärztin ist es ähnlich.
Sie würde von alleine nicht auf die Idee kommen, bei mir die Prothese herauszunehmen und die Orbita zu checken.

Bei den ersten Besuchen bei Ihr nach meiner OP, hatte ich ja noch einen Augenverband und eine Illig-Schale.
Den Verband konnte ich einfach abmachen und Sie hat geschaut, ob alles gut verheilt und die Illig-Schale korrekt sitzt.

Ansonsten hat Deine Ärztin schon irgendwie Recht. Du würdest es mit ziemlicher Sicherheit spüren, wenn etwas nicht OK wäre.
Dann müsstest Du halt das Auge selbst herausnehmen und Sie könnte dann prüfen, ob es eine Reizung oder Entzündung der Bindehaut gäbe.

Ich würde von meiner AÄ nicht erwarten oder gar verlangen, dass diese meine Prothese herausnimmt.
Hat vielleicht sogar rechtliche Aspekte. Was wenn Sie das Teil fallen lässt ? Wer haftet ?

Was anderes ist es mit den Ocularisten. Die kennen das und sind es gewohnt.

EIn Augenarzt / eine Augenärztin wird bei einer Augenprothese immer darin erinnert, dass hier die ärztlich Kunst versagt bzw. nicht ausgereicht hat.
Dem stellt sich niemand gern.

Alles Gute und viele Grüße

Udo
Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )
DirkH
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von DirkH »

Hallo Ihr Lieben,

ich war wieder bei meiner privat zu zahlenden Augenärztin (für 3 Termine 87 Euro sind nun echt ein Klacks) - dafür konnte sie mir viele Sorgen nehmen. Seit Tagen habe ich ein mords Fremdkörper Gefühl, es sticht und piekt und ich fand nix.
Da sind wohl 2 "Rest-Fäden", die senkrecht hoch stehen und dieses Gefühl verursachen. Gott-sei-Dank. Ich soll jetzt mehr Salbe unter das Glasauge machen.
Auch hat sie gründlich geschaut und findet alles top.

Meine immer noch vorhandenen Lichtblitze schiebt sie weiterhin auf "Phantom" - Erscheinungen. Sie meint, das kann im schlimmsten Falle nie weg gehen, im besten Falle in ein paar Monaten von alleine aufhören. Ich soll mich gut ablenken in diesen Momenten und der Sache nicht zu viel Aufmerksamkeit geben.

Sie macht mir auch Hoffnung, das mit dem "echten" Auge dann die Optik verbessert werden wird. Es fällt irgendwie alles ein und sieht kleiner aus als das gesunde.

In diesem Sinne: Privat für alles wichtige und gesetzlich dann halt für das Rezept.

Ich hoffe, Ihr kommt alle halbwegs gut klar und habt keine Probleme.
viele Grüße
Dirk
Charlotte
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Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Charlotte »

Hallo Dirk,

das ist ja eine tolle Augenärztin!
Super auch der Hinweis den Lichtblitzen möglichst wenig Beachtung zu schenken - ist vielleicht nicht einfach, aber sicher der richtige Weg.
Bei Dingen, die du nicht ändern kannst, hilft das wohl am Besten, hilft mir zumindest auch beim Tinnitus.

Ich wünsch dir und allen anderen einen schönen Feiertag!

Charlotte
Natscho
Beiträge: 6
Registriert: So 30. Mai 2021, 00:08

Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Natscho »

Hallo, liebe Forummitglieder!

Ein wenig habe ich schon in eure interessanten Beiträge geschmökert.

Zu meinen Augen: Netzhautablösung mit ca. 6 Monaten (Stichwort: Frühgeburt).
Mein linkes Auge ist seither blind, mein rechtes verfügt über ein kleines aber wertvolles Sehvermögen.

Ab Ende 2016 bekam mein blindes Auge öfters Probleme mit Bindehautreizungen aber auch Entzündungen.

Im Februar diesen Jahres attestierte mein Augenarzt Grünen Star auf beiden Augen.
Mein blindes Auge schmerzt seit Jahresbeginn täglich, die Intensität schwankt..
Der Augendruck lässt sich mit Tropfen nicht unter 40 mmHg senken.

Im März brachte mein Arzt die Option der Augapfelentfernung ins Spiel, auf Grund der andauernden Schmerzen.

Erfreulicherweise habe ich drei Personen in meinem Bekanntenkreis, welche unterschiedlich lange mit einer oder zwei Augenprothesen leben.
So bekam ich unterschiedliche Erfahrungsberichte, die mich aber alle darin bestärkten mein linkes Auge entfernen zu lassen.

Ein infogespräch beim Ocularisten ,meiner Wahl, hatte ich bereits.
Letzte Woche hatte ich im wiener AKH einen ersten Termin, zwecks OP-Beratung.
Mit der Enukleation darf ich im Juli rechnen.
Zuletzt geändert von Natscho am So 30. Mai 2021, 12:25, insgesamt 1-mal geändert.
Franz
Beiträge: 108
Registriert: Mo 22. Aug 2022, 12:47

Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Franz »

ich hab mich heute dazu entschlossen mich im forum anzumelden. ich lese hier von so vielen hintergründen, die zur enukleation führten.
mein hintergrund ist für mich bis jetzt nicht wirklich geklärt. alles was ich weiß ist, dass mein linkes auge entfernt werden musste, damit ich auf dem rechten auge nicht erblinde.
zu meiner person. ich bin jahrgang 1949, hatte angeboren den grauen star, genetisch geerbt aus der linie meines vaters. ich habe diesen gendefekt wieder an meine tochter weitervererbt die 1989 geboren wurde. ich wurde mit geringem sehvermögen 1955 normal in die volksschule eingeschult. dies habe ich dem kämpferherzen meiner mutter zu verdanken, denn die damalige klasslehrerin wollte, dass ich in die blindenschule abgeschoben werde. noch im verlaufe des ersten schulhalbjahres verschlechterte sich mein sehvermögen so, dass mein augenarzt, der gleichzeitig eine augenklinik betrieb, eine operation am linken auge vorschlug. krankenversichert war ich bei der AOK über die familienversicherung durch meinen vater. damals gab es keine möglichkeit sich eine 2te meinung einzuholen, oder eine freie arztwahl. die krankenkasse entschied, dass ich in der klinik dieses augenarztes operiert werden musste. es war die nächstgelegene und verursachte die wenigsten kosten. nach der op verschob sich meine pupille nach oben unter das augenlid. mehrmalige nachoperationen haben keine veränderung gebracht. erst dann war die krankenkasse bereit, dass meine eltern mich für eine weiterbehandlung in der lmu augenklinik in münchen vorstellen durften. dort wurde dann die diagnose für die enukleation gestellt damit ich als fortschreitende folge nicht auch auf dem rechten auge erblinde. ein jahr nach der enukleation 1958 wurde der graue star am rechten auge erfolgreich operiert. zu diesem zeitpunkt war jedoch die versorgung mit einer kunstlinse im auge noch nicht standard. mir wurde die linse entfernt und ich hatte ab diesem zeitpunkt eine starbrille mit ca 14,5 dptr zu tragen. die versorgung mit dieser sehhilfe war eine tortur, zusätzlich zur versorgung mit der prothese. diese tortur hat sich erst geändert, als ich mit dem beginn einer kfm ausbildung selbst bei der bkk krankenversichert wurde. von da an wurde die versorgung mit sehhilfen und prothesen wesentlich besser. allerdings hat sich das in bezug auf sehhilfen im verlaufe der letzten 15 jahre wieder sehr verschlechtert. in bezug auf die prothese bin ich nach vielen jahren mit schlechten erfahrungen nun sehr zufrieden. ich bin durch die hände mehrerer okulisten gewandert und vor ca 15 jahren bei der fa. greiner in münchen gelandet, mit der ich sehr zufrieden bin.
immer kämpfen und nicht aufgeben war, was ich von meiner mutter gelernt habe. meine tochter wurde mit 20 jahren erfolgreich operiert. ihr wurden kunstlinsen eingesetzt und sie benötigt keine weiteren sehhilfen.
trotz meiner sehbehinderung war ich beruflich erfolgreich, habe viele hindernisse beiseite räumen müssen.
ja, ich bin traumatisiert durch alle ereignisse die mich in meinem leben aufgrund dieser erkrankung und ihrer auswirkungen beeinträchtigt haben. vor allem die auswirkungen der verordnung über sehhilfen bringt mich immer wieder an meine psychischen grenzen. zuletzt im mai 2021, wurde mir die übernahme der kosten für eine brille verweigert, die mir bei einem epileptischen anfall aufgrund von unterzucker zerbrach. vor 4 wochen bekam ich eine kontaktlinse mit 15,75 dptr, jedoch kann ich diese nicht den ganzen tag tragen. die kostet auch nur ca 100 €. Manchmal kann ich sie gar nicht tragen. für die starbrille kosten die gläser ca 750 €.
einmal jährlich habe ich anspruch auf eine neue prothese. ich könnte gut und gerne 4 - 5 jahre mit der selben prothese auskommen, wenn ich dafür eine ordentliche starbrille bekommen würde.
das körperliche leid ist das eine was einen treffen kann, das andere ist dann dass seelische leid das hinzukommt.
Anna135
Beiträge: 100
Registriert: Mi 1. Dez 2021, 18:27

Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Anna135 »

Hallo Franz,
herzlich Willkommen hier im Forum!
Du hast ja eine Lebensgeschichte hinter dir, hast aber trotz der Schwierigkeiten nicht resigniert - tolle Einstellung. Ich finde es gut, wenn jemand hier soviel und so langjährige Erfahrung mit einer Augenprothese hat. (Ich habe meine Prothese erst ein halbes Jahr :) )
Die Sache mit der Kostenübernahme.... das ist so eine nervige, ermüdende Geschichte. Wie du richtig schreibst - das körperliche Leid ist die eine Seite, da kann man nicht entkommen. Aber die andere Seite, das ganze Drumherum, das müsste einem nicht so schwer gemacht werden.
Schöne Grüße
Anna
Charlotte
Beiträge: 422
Registriert: Do 1. Mär 2018, 18:17

Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Charlotte »

Hallo Franz,
auch von mir herzlich Willkommen im Forum!

Deine Mutter hat dir ja wirklich eine tolle Einstellung mitgegeben: "Immer kämpfen und nicht aufgeben" - gefällt mir super gut!
Ich glaube nur so kann man mit den großen Schwierigkeiten, die du hattest und immer noch hast, fertig werden.
Gutes Motto für uns alle, finde ich.

Ich habe bei Problemen mit der Krankenkasse (AOK) festgestellt, dass es sich lohnt hartnäckig dran zu bleiben und bei Ablehnung Widerspruch einzulegen. Mir wurde der Wechsel von Glas auf Kunststoff auch zunächst abgelehnt, obwohl ich eine Bescheinigung vom Augenarzt hatte, dass ich Glas nicht vertrage. Genehmigung frühestens in einem Jahr, wenn eine neue Glasprothese dran wäre, hieß es.
Also hab ich Widerspruch eingelegt und dann eine weitere ärztliche Bescheinigung eingereicht, diesmal vom Hausarzt.
Wegen meiner Polyneuropathie mit Gefühlsstörungen in den Fingern war mir schon mehrmals eine Glasprothese zerbrochen.
Ich hab der AOK vorgerechnet, dass eine unzerbrechliche Kunststoffprothese auf Dauer billiger ist, als immer wieder Ersatz von zerbrochenen Glasprothesen.
Und siehe da, schließlich gab es die Genehmigung.

Vielleicht lässt sich deine Krankenkasse ja auf einen Deal ein: du verzichtest nächstes Jahr auf eine neue Prothese, die dir ja eigentlich zusteht und bekommst stattdessen die Starbrille ersetzt.
Bescheinigung vom Augenarzt, dass du die Kontaktlinse absolut nicht verträgst (Konjunktivitis, Blepharitis) und daher unbedingt eine Starbrille brauchst, wäre auch nicht schlecht.
Aber das hast du ja vielleicht schon probiert?
Im Zweifelsfall solltest du die Krankenkasse immer wieder mit Widerspruch nerven, bis es - hoffentlich - Erfolg hat.
Also wie deine Mutter gesagt hat: immer kämpfen und nicht aufgeben!!!

Ich drück dir sehr doll die Daumen, dass du Erfolg hast und deine Starbrille bekommst.

Liebe Grüße
Charlotte

P.S. Ich weiß von einigen Mitgliedern im Forum, dass sie durch ihre Sehschwäche arge Probleme beim Lesen der Beiträge haben.
Die Schrft ist ja ziemlich klein und sie haben Schwierigkeiten den Zeilen zu folgen.
Deshalb: macht möglichst oft mal einen Absatz oder eine Leerzeile, umso leichter fällt das Lesen!
Franz
Beiträge: 108
Registriert: Mo 22. Aug 2022, 12:47

Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Franz »

ich habe meine starbrille bekommen, aber als selbstzahler. ich habe ein extrem dünnes kunststoff-gleitsichtglas gewählt. leider werden diese gläser in dieser qualität von der kasse nicht übernommen. das ist wie bei den medikamenten, da geht es auch nur noch nach dem wirkstoff und rabattverträge mit herstellern. wenn dein hersteller, dessen medikament du seit jahren nimmst und gut verträgst nicht zur kooperation mit der kasse bereit ist, hast du den kürzeren gezogen.

bin seit 1978 bei der tk versichert. damals waren die leistungen und der beitrag dieser kk noch absolute spitze unter allen kassen. leider hat sich das heute nivelliert auf ein und das selbe niveau aller kassen. es gibt nur noch minimale unterschiede. die verordnung für sehhilfen wurde in den letzten 15 jahren immer wieder geändert. grundsätzlich habe ich anspruch auf eine starbrille, sogar kunststoffglas und gleitsicht wird genehmigt, aber zu bedingungen die kein optiker bereit ist zu erfüllen. nicht mal fielmann kann mir da weiterhelfen. die dptr die ich benötige werden kaum noch produziert, da sie eben sehr sehr selten angefragt werden. heute wird die getrübte linse entfernt und eine kunstlinse eingesetzt. ein einmaliger vorgang ohne folgekosten für die kassen.
mich würde interessieren, ob jemand wegen seiner erkrankung, den folgen in psychiatrischer behandlung ist.
Winnie
Beiträge: 182
Registriert: Do 19. Sep 2019, 10:48

Re: Vorstellungsrunde :-)

Beitrag von Winnie »

Franz hat geschrieben: Mi 24. Aug 2022, 22:07 ich habe meine starbrille bekommen, aber als selbstzahler. ich habe ein extrem dünnes kunststoff-gleitsichtglas gewählt. leider werden diese gläser in dieser qualität von der kasse nicht übernommen. das ist wie bei den medikamenten, da geht es auch nur noch nach dem wirkstoff und rabattverträge mit herstellern. wenn dein hersteller, dessen medikament du seit jahren nimmst und gut verträgst nicht zur kooperation mit der kasse bereit ist, hast du den kürzeren gezogen.

bin seit 1978 bei der tk versichert. damals waren die leistungen und der beitrag dieser kk noch absolute spitze unter allen kassen. leider hat sich das heute nivelliert auf ein und das selbe niveau aller kassen. es gibt nur noch minimale unterschiede. die verordnung für sehhilfen wurde in den letzten 15 jahren immer wieder geändert. grundsätzlich habe ich anspruch auf eine starbrille, sogar kunststoffglas und gleitsicht wird genehmigt, aber zu bedingungen die kein optiker bereit ist zu erfüllen. nicht mal fielmann kann mir da weiterhelfen. die dptr die ich benötige werden kaum noch produziert, da sie eben sehr sehr selten angefragt werden. heute wird die getrübte linse entfernt und eine kunstlinse eingesetzt. ein einmaliger vorgang ohne folgekosten für die kassen.
mich würde interessieren, ob jemand wegen seiner erkrankung, den folgen in psychiatrischer behandlung ist.
Hallo Franz,

ja - auch ich musste lange für das Kunststoff-Auge mit einigen Widersprüchen kämpfen.
Zuletzt sollte nicht einmal das Polieren des Auges genehmigt werden (wir reden von etwa 100 Euro) :cry:

Die Zeiten sind hart und die Krankenkassen versuchen überall kräftig zu sparen.

Versuch vielleicht mal Deine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln von außen - wie ein Fremder - zu betrachten.
Irgendwie kann ich sogar mittlerweile meinen Krebs mit folgendem Augenverlust als ein Geschenk betrachten.
Ein Geschenk, dass mir zu einem völlig anderen Leben verholfen hat, das ich mir so weder ausgesucht hätte noch hätte ich früher jemals für mich in irgendeiner Form eingestanden.

Alles Liebe
Winnie
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