Enukleation Ja / Nein ???

Die OP und das Leben mit einer Augenprothese.
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Bits&Bytes
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Bits&Bytes »

Hallo Marcy,

vermutlich hast Du da den, oder einen Punkt getroffen. Im losteye-Forum lese ich wie schwierig es für viele ist sich auf das einäugige Sehen einzustellen, ist ja eine Adaption des Gehirns, die erstmal gelernt sein will, aber jetzt wenn ich darüber nachdenke, willst Du wohl was anderes sagen.... ?

Dadurch, das das Auge schon so lange blind war, war es praktisch nur ein Austausch eines nutzlosen Organs durch eine Prothese. An der visuellen/optischen Wahrnehmung meiner Umwelt, hat sich ja nichts geändert.

Komisch, fällt mir jetzt gerade wieder ein. ich war mir igendwann auch nicht mehr sicher, ob sich das blinde Auge überhaupt noch synchron mitbewegt. Hört sich jetzt seltsam an, aber ich habe sogar mal Freunde danach gefragt, ob dem noch so ist. Gut hätte ich auch mit Video-Selfie selbst herauskriegen können. :lol:

Für mich persönlich ist es wirklich, einzig die nicht mehr vollständige Beweglichkeit des Prothesenauges, über die ich hin und wieder nachdenke. Das neue Auge passt für mich genauso ins Gesicht, wie das alte, sicher für einige schwer nachzuvolliehen, ist aber so.

Viele Grüße

Udo
Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

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Marcy
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Marcy »

Hallo Udo,

doch, genau das wollte ich sagen. Dass es wahrscheinlich eine ziemliche Umstellung ist, nur noch ein sehendes Auge zu haben. (ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie das ist, mit zwei Augen [wenn auch wenig] zu sehen.)
Wenn diese "Eingewöhnungsphase" weg fällt, wirkt man vermutlich sicherer auf sein Umfeld und dann fällt auch die Prothese nicht sofort auf.

Das mit der Beweglichkeit scheint für euch, die noch ein einigermaßen sehendes Auge haben, ein viel größeres Thema zu sein als für mich.
Weil ich diesen starken Nystagmus habe, bin ich mit Prothese "besser dran" als mit dem vollblinden Auge. Da hatte ich keine Kontrolle über die Bewegungen, heißt, es kam vor, dass beide Augen in völlig unterschiedliche Richtungen geschaut haben. Die Prothese bewegt sich zwar nicht bis in den äußersten Augenwinkel mit, aber immerhin in dieselbe Richtung. So ist es für andere weniger auffällig als mit dem echten Auge.

Aber du hast offensichtlich meine Suche nach Worten zwischen den Zeilen gelesen, Udo. Es gibt da noch einen Gedanken, den ich noch nicht so richrig in vernünftige Worte fassen kann.

Liebe Grüße
Marcy
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Bits&Bytes
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Bits&Bytes »

Marcy hat geschrieben: Mo 18. Sep 2017, 10:38
Wenn man schon lange auf dem einen Auge blind gewesen ist, ist eine Prothese nicht so eine krasse Veränderung. So ist es auch leichter, das anzunehmen.

Liebe Grüße
Marcy
Hallo Marcy,

hab das gerade noch einmal gelesen und erkenne jetzt (erst) was Du wohl genau damit meinst.

Denke, da hast Du absolut recht, viele, wenn nicht sogar alle hier hatten vor der Augenamputation (hab ein neues Wort gelernt, statt immer wieder Enukleation überzustrapazieren :lol: ) entweder ein eingeschränktes Sehvermögen, oder sogar noch den vollen Visus auf dem Auge.

Habe also praktisch wirklich nur das schmerzende, blinde Auge durch ein Kunstauge ersetzen lassen und wusste auch das es igendwann so kommen würde, denn alle AÄ hatten mich darauf vorbereitet, dass die Schmerzen irgendwann kommen und dann chronisch werden würden. Gut Hoffnung, das es nicht so kommt hat man natürlich so lange noch, bis dann endgültig die Faken geschaffen sind :( :)

Mit dem Bedürfnis nach einer möglichst großen Beweglichkeit des Pothesenauges ist es wohl auch sehr individiuell und differenziert zu sehen. Olga scheint da sehr entspannt zu sein, Patient81 eher weniger und ich würde mich da im Mittelfeld ansiedeln. 8-)

Viele Grüße

Udo
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Patient81
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Patient81 »

[/quote]
Mit dem Bedürfnis nach einer möglichst großen Beweglichkeit des Pothesenauges ist es wohl auch sehr individiuell und differenziert zu sehen. Olga scheint da sehr entspannt zu sein, Patient81 eher weniger und ich würde mich da im Mittelfeld ansiedeln. 8-)
[/quote]
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Patient81 »

Patient81 hat geschrieben: Di 19. Sep 2017, 16:14
Mit dem Bedürfnis nach einer möglichst großen Beweglichkeit des Pothesenauges ist es wohl auch sehr individiuell und differenziert zu sehen. Olga scheint da sehr entspannt zu sein, Patient81 eher weniger und ich würde mich da im Mittelfeld ansiedeln. 8-)

@Udo
Das muss ich bisschen revidieren, lieber Udo. Also bin auch relativ entspannt, aber es liegt allgemein an meiner Person, dass ich gerne optimieren möchte. Natürlich war es am Anfang nicht so einfach für mich, aber nach ca. 14 Jahren habe ich da längst meinen Frieden mit geschlossen und bin entsprechend lockerer geworden. Es ist halt für jeden ein Prozess.

Ich weiss, weil ich sehr kritisch bzw. pragmatisch manche Dinge betrachte, kann es anders wahrgenommen werden, sodass ich unzufriedener wirke als ich bin. :)
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Bits&Bytes
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Bits&Bytes »

Hi Patient81,

jepp, jetzt hab ich's begriffen. Kam für mich aus einigen Deiner Beiträge anders rüber, wollte Dir da nichts unterstellen.

Ist/wäre ja auch ein verständlicher Wunsch....

Ich denke mal keiner von uns würde sich sträuben eine größere Beweglichkeit zu akzeptieren, wenn die zum Nulltarif zu haben wäre, soll heissen, ohne neue, evtl. gefährliche Eingriffe :mrgreen:

Hab ihm losteye-Forum einige Berichte von Leuten gelesen, die sich einen peg (Stift) in die Prothese haben einsetzen lassen. Die Chancen stehen fifty-fifty, dass sich alles entzündet und am Ende gar das Implantat raus muss, hab das aber hinsichtlich der Erfolgsaussichten nicht näher studiert, da es auch für mich nicht in Frage käme.

Bis dann

Udo
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Patient81 »

Hallo Martin,

in Bezugnahme zu deiner persönlichen Situation möchte ich mal eine Anregung in den Raum werfen. Vielleicht interessiert es dich.

Ich habe zufällig über eine Person gelesen, die auch Öffentlichkeitsarbeit betreibt und selber Augenprothesenträgerin ist.
Denke, den Namen zu nennen, ist daher auch nicht verboten, da sie im Internet sehr präsent ist und ihre Identität auch preisgibt-Elisabeth Maria PUTZ ist ihr Name und sie hat auch eine eigene Hompage. Das war eine Eingebung meinerseits. Habe gedacht, vielleicht kann es dich zusätzlich motivieren, alleine wie sie damit umgeht etc.

PS: Sie ist auch aus Österreich, du ja auch.


Schönen Gruß

Patient81
Ösi
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Ösi »

Hallo Leute, ;)

Mal ein kurzes Update - war ja offline. :o

Ich hatte ja den Termin beim AA - das Gespräch ist gar nicht mal so schlecht gelaufen. Allerdings bei der Untersuchung hat sich herausgestellt das der Hr. Prim. ein Problem damit hat, mir das Auge zu entfernen. Grund: HBW - ich sehe Handbewegungen. Zwar unscharf aber doch. Des Weiteren vermutete er eine Konservierungsmittelunverträglichkeit. Daher möchte er die Entfernung noch nicht durchführen sondern noch ein wenig zu warten. Nächsten Termin habe ich am 17.10.
Daher haben wir mal vereinbart die Medikamente auf Konservierungsmittelfreie umzustellen. Bislang scheint es ein gutes Konzept zu sein, da ich tatsächlich weniger bis seltener Schmerzen empfinde. Ob es wirklich an den Med. liegt oder einfach nur das es jetzt kühler geworden ist, wird sich zeigen. Vermutlich werde ich aber trotzdem zumindest eine Ammniontrans bekommen da die Hornhaut von Dellen und Kratern nur so besät ist und aussieht wie eine Mondlandschaft. :D :lol: :D :lol:

Ob ich mich letztendlich für eine oder gegen eine Entfernung entscheide wird sich noch weisen.

@Patient: Danke für den Tipp - werd ich mal raussuchen.
Meinst du die ?? http://elisabeth-putz.com/impressum.html

LG
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Bits&Bytes »

Hi Patient81, hi Martin,

ja, die gute Frau Putz war auch für mich eine der ersten Personen, die mir bei der Google-Suche nach Augenentfernung als Beitragsverfasserin angezeigt wurde.

Fand ihre Ausführungen damals ziemlich gut. Hab's mir jetzt noch mal durchgelesen und frage mich jetzt auch
so langsam, ob nicht auch für mich die sogenannte retrobulbäre Alkoholinjektion, da Auge ja blind war, eine Möglichkeit gewesen wäre, die Enu zu umgehen. Hab ich damals wohl irgendwie überlesen, oder den Zusammenhang nicht begriffen.

Guckst Du hier:
https://www.karger.com/Article/Pdf/296019
http://www.egms.de/static/de/meetings/s ... ag49.shtml

Hab aber auch das gefunden, wobei man nicht weiss, wie es ausgegangen ist.

https://www.glaukom-forum.net/wbb3forum ... ndem-auge/

Auf losteye.com schreibt ein "Dr. Slonim" dazu:
"alcohol and/or thorazine injections behind the eye (retrobulbar injections) are given to alleviate chronic pain in patients with blind eyes and, rarely, in patients with minimal vision AND intractable eye pain before evisceration or enucleation surgeries to reduce the pain and still keep the eye. in those patients who still have a minimally-sighted eye, these injections frequently "snuff out" the remaining sight. in the scenario that you describe, i believe that you would find it extremely difficult, if not impossible, to find an ophthalmologist who would be willing to perform one of these injections just to remove what little sight you have left in you left eye. "snipping the optic nerve" would not be an option unless the meningioma was involving the nerve and required removal. good luck."

Übersetzt (frei):
"Alkohol und/oder Thorazin Injektionen hinter das Auge (retrobuläre Injektionen) werden verabreicht um bei Patienten mit blinden Augen und selten bei solchen mit minimalem Visus UND hartnäckigen Augenschmerzen, die chronischen Schmerzen zu lindern, vor Eviszerations- oder Enukleationsoperationen, eben um die Schmerzen zu stillen und das Auge zu behalten.
Bei den Patienten, die noch ein Auge mit minimalem Visus haben, löschen diese Injektionen oft die Restsicht aus.
In dem Szenario, dass du beschreibst, denke ich wird es extrem schwierig für dich sein einen Ophthalmologen zu finden, der willens wäre eine dieser Spritzen zu setzen, nur um auch das noch zu entfernen, was du an Restsicht im linken Auge übrig hast.
Den Sehnerv zu kappen wäre keine Option, es sei denn das Meningeom würde den Nerv mit einbeziehen und Entfernung erforden.
Alles Gute."

Allen einen schönen Feiertag.

Udo
Zuletzt geändert von Bits&Bytes am Di 3. Okt 2017, 11:29, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Bits&Bytes »

Hallo Martin,

ich antworte mal für Patient81. Er meinte wohl diese Seite: http://elisabeth-putz.com/wellness/augentfernung.html

Freut mich für Dich, das die Schmerzen zur Zeit erträglich sind und wenn Du Frau Putz gelesen hast ....

Wer weiss, sie ist sehr rigide und kategorisch in Ihren Ansichten zur Augenentfernung.

Alles Gute

Udo
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Patient81 »

Nabend Udo,

danke für die interessanten Links. Hat mich im Nachhinein auch interessiert. Ja, auch die vermutete Seite der Dame war richtig, so meinte ich das auch. :)

Nabend Martin,

ja, hört sich doch super an. Drücke dir dann mal die Daumen. Man liest deine gute Stimmung über die Vorgehensweise des Doktors sogar aus deinem Kommentar heraus, so zumindest mein Eindruck. :)


Schönen Abend an alle :D

Patient81
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Marcy »

Hallo,

hier gehen ja wieder einige interessante Dinge ab, wenn man ein paar Tage nicht da ist ;-).

Retrobulbäre Alkoholinjektion... so hieß das also. Da hätte ich vor der Enu auch fast mit zu tun gehabt.
Ich weiß nicht, ob ich das bei meiner Geschichte mal irgendwo geschrieben hab.

Ich war ja vor der Enu in verschiedenen Kliniken, die erste Ärztin sagte mir sehr deutlich: "Das Auge schrumpft, ist so, kann man eigentlich nur noch entfernen", ich könne mich jederzeit zur OP-Terminvereinbarung melden.

Da ich da noch nicht volljährig war, musste ich das Thema mit meinen Eltern ausdiskutieren, für die diese klare Meinung schlimmer war als für mich.

Also Zweitmeinung in anderer Klinik eingeholt: Da wurde mir nach der Untersuchung, bei der man angeblich nichts ungewöhnliches feststellen konnte, unterstellt, ich würde simulieren, beziehungsweise der Schmerz sei eine psychosomatische Reaktion.

Um das abzuklären hatte ich dann in dieser Klinik einen Termin zur stat. Aufnahme, bei der dann das Auge betäubt wurde. Diese Injektion enthielt das Medikament, das auch bei Operationen mit lokaler Betäubung zum Einsatz kommt. Die Wirkung lässt je nach Dosierung nach etwa einer Stunde nach.

Nach diesem kleinen Eingriff hatte ich zwar keine Schmerzen, aber es war nicht nur das Auge, sondern die gesamte rechte Gesichtshälfte betäubt.

Damit war die "Psycho-Theorie" wiederlegt und deshalb kam auch die Idee mit der Alkoholinjektion.
Das hatte ich aber nicht weiter verfolgt, weil mir verschiedene Fragen nicht beantwortet werden konnten (oder wollten).

Die wichtigste Frage für mich war, ob bei der Alkoholinjektion dann auch mehr als nur das Auge betäubt wäre.
Bei der Schilderung im verlinkten Beitrag schien das ja aber nicht der Fall gewesen zu sein.

Im Nachhinein bin ich aber froh, dass ich diese Alkoholinjektion nicht machen lassen hab.

So, jetzt hab ich mal wieder in einem viel zu langen Beitrag meine Erfahrung und Gedanken dazu mitgeteilt... ich hoffe, es ist (oder war) einigermaßen lesbar.

Liebe Grüße
Marcy
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Bits&Bytes
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Bits&Bytes »

Hallo Marcy,

ja, ich glaub selbst wenn mir mein Operateur diese Möglichkeit der (zeitweiligen) Schmerzausschaltung durch die Alkoholinjektion offeriert hätte, wäre mein Reaktion auch eher ablehnend gewesen, denn der Nachteil ist eben das der Schmerz dadurch nicht dauerhaft ausgeschaltet wird.

Irgenwann kommt er wieder, dann kann man sich zwar erneut eine Spritze setzen lassen, aber auch dabei kann etwas schief gehen und am Ende bleibt doch nur die Enu.

OK, keine Ahnung, vielleicht wenn ich jünger gewesen wäre, z. B. im Alter von Pateint81, hätte ich das dann doch als Option angesehen, zumindest bis nichts mehr an der Augenentfernung vorbeigeführt hätte, immer vorausgesetzt das Auge wäre dabei nicht vorher geschrumpft.

Viele Grüße

Udo
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Ösi »

Guten Morgen Jungs und Mädl´s,

Also die Alkohlinjekt kommt bei mir auch nicht in Frage. Hat mir mein Arzt auch nicht empfohlen.
Wenn bei mir was gemacht werden müsste, empfiehlt er mir - hab grad den med. Ausdruck nicht im Kopf - die Aushöhlung des Augapfels, das Restliche Gewebe zusammenzuklappen und darüber das künstliche Auge. Ein Implantat wäre zwar möglich würde er mir aber weniger empfehlen, da dieses "durchbrechen" könnte. Aber noch ist es nicht soweit.
Meine Hoffnung das ich noch einige Zeit darüber hinwegkomme schwindet allerdings............
Update: Neuerliche Verletzung am reparierten Auge --> erosio corneae. Anscheinend ist es mir nicht vergönnt schmerzfrei zu leben.
Aber dem schlag ich ein Schnippchen :lol: :D Ich hab schon einiges ausgehalten und werde auch das wieder überstehen.

LG und allen alles Gute
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Bits&Bytes »

Hallo Martin,

wieder einen medizinischen Fachbegriff gelernt:

"Hornhauterosion (Erosio corneae): Verletzung der Hornhaut z. B. durch einen Splitter, Fingernagel oder Zweig. Die Verletzung der Hornhautoberfläche durch UV-Strahlen wird als Verblitzung (Keratitis photoelectrica, Photokeratitis) bezeichnet. Umgangssprachlich wird die Verblitzung auch als "Schneeblindheit" bezeichnet. Eine Blindheit im eigentliche Sinne liegt dabei jedoch nicht vor."
Quelle: http://www.apotheken.de/gesundheit-heut ... rblitzung/

Du meinst als Option zur Entfernung des Augapfels (Enukleation) bestimmt die Eviszeration, dass ist die Entfernung des Augeninhalts unter Belassung der Hornhaut und der Sklera und natürlich der Augenmuskeln.

Wird in DE eher seltener gemacht, in den USA jedenfalls nach allem was ich so lese, eher öfter als eine Enu.

Du musst innerlich bereits sein für so eine Massnahme und das ist man, jedenfalls nach meiner Erfahrung nur dann, wenn der Leidensdruck das erträgliche Mass übersteigt und dies ist dann auch wider von Mensch zu Mensch differenziert zu sehen.

Alles Gute

Udo
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Ösi »

Hallo Udo,

Freut mich wenn ich dir einen neuen Begriff unterbreiten konnte :D Auch Hornhautabschürfung genannt. Und wie ich sehe hast du dich auch gleich darüber informiert. Wundert mich ehrlich gesagt das der Begriff hier neu ist ;) Naja, ein Sprichwort sagt: wirst du alt wie eine Kuh, lernst du immer noch dazu. Die Palette der Verletzungsmöglichkeiten ist da seehr groß. Eine Hornhautabschürfung ist allerdings normalerweise nicht so tragisch da meist hierbei in der Regel nur das obere Epidel verletzt wird (die HH besteht ja soweit ich mich erinnere aus 5 Schichten und ist in der Mitte nur rund einen halben Millimeter dick) und dieses nach Stunden wieder verheilt sein KANN. Kann aber auch (wie bei mir bzw. bei Vorschädigungen) Tage bis Wochen dauern. Gefährlich wird es wenn die Bowman- bzw. Descemet-Membran (Schichten unter dem Epidel) verletzt wird.
Ganz besondere Vorsicht ist bei einer Erosion durch Oleanderblätter geboten da diese sehr giftig sind - da sollte man SOFORT zum Arzt.

Mit der Eviszeration könntest du Recht haben.

Ja das mit dem Leidensdruck ist so eine Sache. Mal ist er größer, da möchte ich am liebsten alles hinschmeißen, mal arrangiert man sich damit und schöpft Hoffnung das es auch anders ohne Schmerzen und ohne einer OP weitergeht. Derzeit hab ich zwar durch die neuerliche Verletzung wieder Schmerzen, aber die sind anders.... und vor allem absehbar. Ich denke, wenn alles gut abläuft kann ich vielleicht diese Woche sogar noch arbeiten gehen. Und mit der neuen Therapie denke ich das ich das Jahr überstehen kann. In der Zwischenzeit mache ich mir Gedanken ob ich mir Ende des Jahres noch eine Amniontransplation genehmige :lol: :lol: da die Heilungsphase erfahrungsgemäß in der kühleren Jahreszeit besser ist.

LG
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Patient81 »

Nabend Martin,

mich würde brennend interessieren, wie du mit solchen Einschränkungen (Schmerz UND Sehproblem) überhaupt deinen Arbeitsalltag meisterst? Denn ich kann mir das nicht vorstellen, dass man lange geduldet wird, wenn man nicht immer fit ist und damit meine ich nicht die Abwesenheit, sondern die Leistungseffektivität.

Weil als ich von Schmerzen geplagt war, konnte ich nicht mal vernünftig schlafen. Natürlich musst du jetzt keine persönlichen Dinge offenbaren. Aber falls du was zu meiner Frage sagen möchtest und kannst, wäre das sehr schön, denn es interessiert mich einfach.

Schönen Gruß :)

Patient81
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Ösi »

Servus Patient,

Naja - ganz so einfach ist es in der Tat wirklich nicht.

Das Schlafproblem kenne ich nur allzu gut. Täglich stehe ich morgens auf und fühle mich als ob mich ein Bus überfahren hätte. Dies ist angeblich auch auf die Sehschwäche und die ganzen Medikamente zurückzuführen. Da ich nur einseitig eingeschränkt bin (rechtes Auge gesund und ca.140% Sehkraft) versucht natürlich das beschädigte Auge "mitzuhalten" was natürlich nicht funktioniert und das daher sehr anstrengend ist und mit der Einnahme der ganzen Medikamente den ganzen Körper Kraft entzieht.

Zu der "Duldung" im Arbeitsalltag muss ich dir sagen braucht es drei Dinge:

- den Arbeitswillen
- das Können
und das wichtigste - einen guten verständnisvollen Chef - was aber aus Punkt 1 und 2 resultiert.

Ich sehe in meiner Einschränkung dennoch etwas positives.
Ich hatte zwar dadurch schon einige Jobs; aber genau aus dem gleichen Grund habe ich sehr viel gelernt und bin daher ein richtiges Multitalent geworden. Sicher: Es hat eine lange Zeit gedauert bis ich "standfest" wurde, aber hätte ich die Einschränkung nicht erfahren, würde ich sicherlich nicht über diese Erfahrungen verfügen die ich jetzt besitze. Und genau aus diesem Grund mache ich mir um meine Zukunft eigentlich weniger Sorgen da ich weiß was ich kann und wenn ich möchte, immer Arbeit bekommen werde. Hierbei ist es nicht ganz unerheblich wenn man ein zweites Standbein hat.
Ich habe zwei ausgelernte Berufe, war ca. 8 Jahre Berufskraftfahrer (nachdem mir aber das 3D Sehen fehlt habe ich diesen Beruf dann an den Nagel gehängt) und habe trotz Einschränkung das Handwerk der Tischlerei Autodidakt ( https://de.wikipedia.org/wiki/Autodidakt ) erworben und konnte in einer großen Montage - Möbeltischlerei (DAN - Küchen) dieses Wissen einbringen. Sicherlich gibt es Berufsgruppen in denen das Fernbleiben längerer Zeit zum Jobverlust führt, da sich es nicht jeder Dienstgeber leisten kann. In kleineren Firmen ist da das Bestehen sehr schwer.
Auch muss ich aber ehrlich gestehen, ich habe mich nicht "verkrochen" oder habe Rücksicht auf meine Einschränkung genommen. Was aber niemanden dazu ermutigen soll das selbe zu tun.
Ich sollte Staub, Zugluft vermeiden und nicht mehr als 3kg heben. Aber sind wir uns mal ehrlich: wie soll man da vorankommen.

Vom einfachen Lageristen bis nun zur Führungsposition habe ich einiges gelernt.
Deine Frage nach der Leistungseffektivität möchte ich nicht unbeantwortet lassen. Ich trenne strikt Gesundheit, Privat und Arbeitsleben. Was mir allerdings mein Körper ziemlich übel nimmt :lol: :D . Auch wenn es mir schwerfällt morgens aus dem Bett und zur Arbeit zu kommen, ich fahr in die Firma und da ist es als ob ich einen Schalter umlege. Alles außer der Arbeitspflicht ist ausgeblendet und ganz auf meinen beruflichen Tag fokussiert. Dabei versuche ich die Schmerzen und die Müdigkeit (geht aber auch nicht immer) zu ignorieren, wenn es zu viel wird verschwinde ich mal kurz und nehme Schmerzmedikamente bzw. mache ich Therapie.

Auch ein weiterer sehr wichtiger Punkt wenn nicht der wichtigste überhaupt bei der ganzen Sache ( aber das ist ein Punkt den man eigentlich auf das ganze Leben projizieren kann ) ist der Rückhalt der Familie - den leider nicht alle haben.

Eine kleine Weisheit auf den Weg:
Es ist keine Schande hinzufallen - es ist eine Schande liegenzubleiben. Es gibt immer einen Weg. Auch wenn man ihn alleine gehen muss.
Ich lebe nach dem Motto: Geht nicht - gibt es nicht.

PS: Ich hoffe ich konnte dein Interesse ein wenig mit meinen Worten befriedigen. Wenn nicht bin ich gerne bereit weitere Fragen zu beantworten.

GLG und alles Gute ;)
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Patient81 »

@Martin

Vielen Dank für die ausführliche "Stellungnahme" :)

Immerhin kannst du einen Schalter umlegen und Schmerzen etc. ausblenden. Aber bei mir war das damals unmöglich sowas zu tun. Denn die Schmerzen waren einfach zu groß und das Auge tränte dazu auch noch.

Ach, war wirklich ne schlimme Zeit.

Ich drücke dir die Daumen, dass du es weiterhin so tapfer meistern kannst.

Schönen Gruß :) :)

Patient81
MamaFranzi
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von MamaFranzi »

Hallo Ihr Lieben, der Termin für meine Tochter steht nun doch. Am 28.03 wird Ihr das Auge entfernt. Ich habe wirklich Angst und bin ziemlich überrumpelt. Die Augenklinik hat das mit der Ärztin dem Oberarzt und Chefarzt besprochen.

Sie hat ein wenig Angst aber ist schon ganz gespannt wie es danach aussieht. Ich hab aber eher Angst das sie starke Schmerzen haben wird und das sie verschreckt sein wird. Und überhaupt wie die erste Zeit wird.
OH man oh man...
Olga1991
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Olga1991 »

Hallöchen,

das schmerzempfinden ist bei jedem Patient unterschiedlich.
Manche haben höllische Schmerzen, die anderen garkeine Schmerzen ... Z.b ich hatte Schmerzen, aber nur die ersten 2 Tage ... Da war ich auch noch in der Klinik und habe ausreichende Schmerzmittel bekommen.

Als ich zuhause war, war es erträglich ... Und nach 1 Woche war alles vergessen :)

Es kann sein, dass deine Tochter erschrocken sein wird wie es aussieht ohne Auge ... Aber ich denke es ging uns Erwachsenen nicht anderster!

Sobald Sie die erste Prothese bekommt, sieht die Welt schon besser aus und ich kann mir nicht vorstellen dass ihr es nicht gefallen wird! ;)

Sei für deine kleine da und gib ihr Kraft und Mut diesen Weg zu gehen und mach dir nicht soviele Sorgen, vorallem nicht darüber dass sie damit nicht klarkommt.


Ich wünsche Euch alles gute!
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MamaFranzi
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von MamaFranzi »

Ja da hast du Recht, ich denke sie wird das alles besser wegstecken als ich. Eigentlich stört sie es eher das sie über Ostern dann wohl in der Klinik sein wird. Aber naja das ist wohl das geringe Übel. Meine Mama nimmt sich extra frei zum Tag der OP. Und auch zu Ostern verlegen wir dann einfach das Osterfest ins Kh. Ich will mal nach solchen Luftballons schauen die man mit Helium füllen kann. Und hin hängen damit sie in einem bunten Zimmer aufwacht. Meine Mama fährt auch noch mit ihr zu Build a Bär. Da kann sie sich ihr eigenes Kuscheltier machen. Als Trösterli. Ich hab bloß mal ne blöde Frage im Mai zu Pfingsten also 6 Wochen nach der Op fährt sie eigentlich zu einem Indianerlager. Ich denke aber das sie das wohl noch nicht alleine schaffen würde oder? Weil sollte sie dann schon ein Provisorium haben dann muss das ja trotzdem täglich raus.

Die Klinik will mich wahrscheinlich nur nicht mit aufnehmen weil sie schon 7 ist.
Da ist das wohl nicht mehr so notwendig.
Olga1991
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Olga1991 »

Hallo Franzi,

es kommt drauf an wie gut Sie mit dem herausnehmen und wieder einsetzen der Prothese klarkommt.

Ja, man sollte es täglich säubern. Aber das wird euch der Ocularist auch mitteilen ... Ich weiß nicht wie die vorgehensweise bei Kleinkindern ist!
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Marcy
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Marcy »

Liebe Franzi,

Es freut mich, dass es nun eine Entscheidung gibt! Ich glaube auch, dass deine Kleine damit gut zurechtkommen wird, sie kennt ja die Bulbusschale.

Deswegen würde ich mir jetzt auch noch keine Gedanken wegen des Idianerlagers machen. Ihr werdet von Ärzten und Ocularisten genaue Informationen bekommen, wie die Verhaltensweisen nach der OP sind.
Bei mir war es so, dass ich das Provisorium möglichst nicht rausnehmen sollte.

Ich wünsche euch viel Kraft und freue mich, wieder von dir zu lesen!

Liebe Grüße
Marcy
Patient81
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Patient81 »

Hallo Franzi,

dass ihr Angst habt, ist natürlich. Jedoch kann ich euch beruhigen, denn der Eingriff ist im Durchschnitt sehr einfach.
Wichtig sind Informationen und anhand dieser Infos eben eure Entscheidung. Du brauchst dir daher wirklich keine Sorgen machen bezüglich der OP und danach, wenn alles normal abläuft.

Des Weiteren ist es wirklich wichtig, dass deine Tochter sich so gut wie möglich mit der neuen Situation anfreundet.
Und was die Schule angeht- es gibt Schuleinrichtungen für Menschen mit Sehbehinderung, falls ihr über sowas nachdenken solltet. Überhaupt gibt es die Möglichkeit sich beraten zu lassen von Integrationsfachdiensten. Will sagen, du kannst die richtigen Schritte auch durch gute Beratung einleiten.

Viel Erfolg und viel Glück


Patient81
MamaFranzi
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von MamaFranzi »

Hallo, na aufgrund der Tatsache das sie einer der Leistungsstärksten in der Klasse ist steht ihr kein Platz für die Blindenschule zu. Auch ein Betreuer für die Anfangszeit wohl auch nicht da es für sie keinen Unterschied gibt ob mit oder ohne Auge.
Ich hab much schon mit so einer Integrations-Sozialbetreuerin unterhalten. Ich wollte schon mal vorab Informationen.
Meine Große steckt das ganz gut weg. Wir müssen am 26.03 zur Vorstationären Aufnahme und am 28.03 ist wohl die Op. Wir sollen bis spätestens 07.00 Uhr auf Station sein und sie soll nüchtern bleiben (laut Unterlagen) sie ist nur traurig weil die Woche drauf ja nun Ostern ist. Aber Geschenke bringt der Hase halt ins Krankenhaus :) Hab ich schon geplant mit Familie. Auch will ich solche Helium Ballons kaufen und das Zimmer etwas schick machen, damit sie sich freut wenn sie wach ist.

Versteht mich nicht falsch, sie hat mit dem Oberarzt und Chefarzt geredet und sagte auch wir lassen das Auge im Krankenhaus und der Chefarzt hat ihr sogar erklärt wie das gemacht wird. Ich hab natürlich angefangen zu weinen. Sie nicht, sie ist eher glücklich. Danach sollen wir ne Traumatherapie machen. Um die letzten Jahre und Op's etc. Aufzuarbeiten. Ihre Schule hilft so gut sie kann. Zum Glück.

Könnt ihr mir eventuell mal ein Paar Fragen beantworten?
Wie ist das mit dem Druckverband?
Wenn der ab ist bekommt sie dann so ein Müll drauf und Plasteklappe?
Hat man dann echt ein extrem geschwollenes Gesicht und blaue Flecken?

Ich hatte auch drüber nachgedacht ihr ein Haustier zu schenken. Ein Meerschwein oder so. Ein Hund ist zeitlich und räumlich einfach nicht drinnen. Aber ich denke das sie sich darüber freuen würde und glaubt mir die Verantwortung würde sie übernehmen. Sauber machen etc. Mache erstmal ich aber ich weiß das sie das auch alleine machen würde. Aber ich möchte sie auffangen und ihr einfach das Gefühl damit geben sie ist nicht alleine... Sie darf dann ja mindestens 4 Wochen kein Sport machen, keine Schule und Freunde kommen nicht viele bis auf 2 samt Mama. Diese kommt auch ins Krankenhaus um Leo zu unterstützen und die Kids nehmen das auch gut auf.

Darf sie dann eigentlich aufstehen wenn es ihr gut geht oder muss man liegen oder ähnliches?

Ich möchte einfach eure Erfahrungen alles und ehrliche... :) ihr wisst ja Ärzte sind ja halt immer relativ Fachlich.

Vielen Lieben Dank schon mal.
Patient81
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Patient81 »

Hallo Franzi,

das hört sich alles sehr gut an. Du machst alles richtig und kümmerst dich um deine Tochter. Alleine dieser Umstand wird sie stärken.

Ich denke, es ist von Fall zu Fall unterschiedlich - aber bei mir was es so, dass ich bereits 2 Tage nach der Operation die Klinik verlassen durfte. Der Druckverband blieb auch erstmal dran, denn das schützt das Auge. Überhaupt würde ich während dieser Phase das Auge abdecken, aber nicht viel Druck ausüben, sondern wirklich nur abdecken. Ich habe eine Augenkappe benutzt. Je nach Heilungsphase kann man auch eine getönte Brille tragen, wenn man nicht zu sehr auffallen möchte.

Es ist doch eigentlich sehr gut, dass die Osterferien folgen, denn diese Zeit über kann sich deine Tochter mit der Situation konftrontieren und das "Auge" mit der Illigschale hat dann auch gute Wochen hinter sich, um richtig zu verheilen. Ihr müsst sowieso dann nach der Operation Kontakt mit einem Augenprothetiker aufnehmen und Termin vereinbaren. Bei mir wurde die erste Augenprothese 5 Wochen nach der Operation eingesetzt! Jedoch ist das von Patient zu Patient unterschiedlich. Wenn ich mich nicht irre, hat der liebe Udo bereits nach 4 Wochen eine Prothese bekommen.

Achso, blaue Flecken und geschwollenes Gesicht, fragtest du....Auch hier brauchst du dir keine Sorgen machen. Immerhin wird ein Auge enukliert und dass es dann hier und da Flecken gibt, anschwillt, ist auch nicht schlimm zu bewerten. Das verschwindet auch nach paar Tagen.

Letzten Endes kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass die OP harmloser ist als sie sich anhört. Leichte Schmerzen hatte ich wirklich nur, wenn ich das Auge bewegt habe, was auch wiederum normal ist. Aber auch das ist wirklich auszuhalten bzw. man bekommt Schmerzmittel.

Ich hoffe, ich konnte dir bisschen helfen.

Ich drücke euch die Daumen.

Patient81
Olga1991
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Olga1991 »

Ich war auch nur 2 Tage stationär.
Den Druckverband hatte ich bis zur Entlassung und als ich nachhause durfte, bekam ich ein normalen Augen verband drauf.
Ich war sehr froh als der Druckverband abgenommen wurde, für mich war dies unangenehm zu tragen!

Ich glaube an blauen Flecken um das Auge herum und ein angeschwollenes Auge, da kommt keiner drum herum. Nach 1 Woche sieht die Welt aber schon besser aus :)

Ich hatte meine Op im Dezember, also kurz vor Weihnachten... Da feierte ich Weihnachten eben mit paar blauen Flecken :D

Seh in dieser Sache nicht nur das Negative, denk dran danach ist deine Tochter schmerzfrei ...

Für mich war das wie ein neuer Lebensabschnitt, nachdem ich über 10 Jahre mich damit rumgequält habe ;)
12/2016: Enukleation LA
09/2017: Kunststoff Augenprothese (Acryl)
2020: RA Netzhautablösung,
Silikonölfüllung, Sehkraft 30%
MamaFranzi
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Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von MamaFranzi »

Ich möchte halt einfach nur irgendwie vorbereitet sein. Denn trotz das ich seit Jahren mit der Angst vor diesem Schritt konfrontiert war und eigentlich auch den Tag echt gefasst war hab ich dann doch bei dem Entschluss ziemlich geweint. Ich meine es ist ja schließlich mein Kind und wer freut sich schon über so einen Schritt. Zumal es halt direkt im Gesicht ist. Meine Tochter hat leider eine Allergie für diese komischen Plasteschutzkappen wie man sie häufig sieht bei Katarakt Op's. Aber ich denk das die das schon irgendwie lösen. Na bei uns sind vor Ostern die Woche Ferien und das heißt sie wird in den Ferien operiert und soll dann sowieso laut Augenklinik bis zur Prothese zuhause bleiben. Zum Selbstschutz. Wir wollen dann Freitag immer in die Schule und Aufgaben abholen und zuhause das aufarbeiten, da sie sehr gut ist brauchen wir auch keine Angst wegen der Versetzung haben. Sie bekommt auch endlich ein neues Fahrrad, im Keller stehen zwar noch 2 aber die sind leider zu kleine oder nicht mehr Funktionstüchtig. Das ist ihr größter Wunsch und so wird man ja auch schneller Fit :)
Dazu kommt noch ein Baby Born Junge... Weil sie brauch noch einen jungen zu ihrem Mädchen. Finde ich auch eigentlich echt schön das sie mit 7 noch Puppen spielt. Sie hat schließlich eine komplette Puppen Einrichtung von Bett, Schrank, Tisch, Hochstuhl, Wickelkommode, Autositz...
Und Playmobil ist auch ganz toll. Zumal sie ja so ein Schloss hat.
Ja sie ist auch etwas verwöhnt in den schlimmsten Zeiten hat sie immer ein Krankenhauströsterlie bekommen. Da sie damals kaum soziale Kontakte hatte weil sie ja kaum in der Kita war. Wir waren aller 3 Monate über 2 Jahre zur Narkosenuntersuchung, drück und Sehnervkontrolle etc. Weil man das bei ihr nicht im wachen Zustand machen könnte. Dann wurde ja meistens noch gleich irgendwas behandelt oder die 2 Implantation en von den kunstlinsen und die Infektion der Pneumokkoken. War halt alles nicht so schön. Ich habe damals 2 Arbeitsstellen verloren durch die Situation und würde dazu dann auch noch mit unserem Nachzügler schwanger. Glücklicherweise bekomme ich trotzdem noch ein wenig mehr Elterngeld. Aber ich möchte nachdem ich das mit Mausi hinter uns habe beruflich wieder durchstarten. Ab Juni ist auch die Elternzeit vorbei. Hab 2 Jahre genommen um auch das erste Schuljahr noch zuhause zu sein.

Ach ich schweife vom Thema ab, sorry.
Ich danke euch trotzdem fürs Lesen und Antworten <3
Vkcky
Beiträge: 87
Registriert: So 25. Mär 2018, 20:02

Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Vkcky »

Lieber Martin. Zunächst einmal, ich bin geschockt. Und traurig zugleich, traurig deswegen, weil du soviel dir gemacht hast, und soviel Pech mit den Ärzten und Krankenhäusern hattest . Es hätte ja ganz anders laufen können, müssen! Ich weiss nicht ob ich das alles durchgestanden hätte, du bist sehr tapfer und hast meinen vollen Respekt. Ein bisschen kann ich deine Entscheidung nachvollziehen, ich bin Diabetiker und hätte schon mehrere OP,s WEGEN Einblutungen. Bei der letzten Op, damals, 2002,sagte man mir in Werden so ich immer war, es ist nicht mehr zu retten, das Auge bleibt blind, ich wollte daraufhin, eigentlich nach Hause gehen ,aber man riet mir zu einer Op, da der Druck sehr hoch sei damit nichts passiert,da ich den Ärzten vertraute, ließ ich es machen, das habe icbbitger bereut, man hat mir mein Augenkammerwasser völlig gekappt, was ich aber nicht wusste, sondern erst viel später erfuhr. Dadurch hätte ich wahnsinnige Schmerzen, die aber mach einiger Zeit nachließen, ich ging also nach Hause. Und dann begann es, mein Auge schrumpfte umd wurde kleiner, ein weisser milchiger Fleck enstand und ich war dadurch ziemlich entstellt. Aber wie es im Leben so ist , ich musste mich damit arrangieren und gewöhnge mich dran. Obwohl man mir immer nahelegte das Auge doch zu entfernen, wollte ich dies nicht, ich sagte mir immer, es sieht zwar nicht mehr schön aus, und ist blind, aber es ist mein Auge. Da ich keinerlei Probleme hatte, hab ich es nicht getan. Nun16 Jahre später, habe ich starke Schmerzen und die sind anhaltend, es ist noch kleiner und weiter geschrumpft. Was soll, ich sagen, nun hab ich einen OP Termin in Mühlheim, da ich in Essen wohne, und lasse es entfernen. Die Leute hier im Forum, haben mir diese Entscheidung leicht gemacht, ich lese schon seid einiger Zeit still mit. Ich bin nun guter Dinge, danach ohne Schmerzen zu leben und vom optischen Erscheinungsbild wieder einigermaßen so auszusehen wie früher. Nur Älter halt. Ich wünsche dir sehr viel Kraft das durch zustehen und die für dich richtige Entscheidung zu treffen,wie auch immer du entscheidest, viel Glück, auf deinem weiteren Weg, du hast es echt verdient.lg.Vicky.
Narima
Beiträge: 5
Registriert: So 10. Apr 2022, 09:37

Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Narima »

Als Frühgeburt (28. Schwangerschaftswoche, 820g bei Geburt 1974) hatte ich schon immer Sehprobleme- mit 5 eine Schielop am rechten Auge - brauchte eine Brille. Mein Auge mußte auch links abgeklebt werden damit ich das rechte mehr benutze. Kinder im Kindergarten können grausam sein... Das Linke war eigentlich ok, blos mit dem rechten sah ich halt nicht scharf. In der Pubertät verschlechterte sich dann auch mein linkes Auge. Mit 14. sah ich auf meinem rechten Auge plötzlich nur noch sehr unscharf. Meine Mum hatte bei dem Herrn Professor in München um einen dringenden Termin gebeten aber der nahm das nicht für voll. Meinte nur: Kinder grad in dem Alter nehmen gerne mal Drogen (ich habe nie etwas genommen- Meine Mutter bekam dann gnädigerweise 14 Tage später einen Termin bei dem Herren der unzählige Bücher in seinem Zimmer ausgestellt hatte die er alle geschrieben hatte. Nach der Untersuchung meinte er damals: ihre Tochter hatte eine Netzhautablösung - aber jetzt ists zu spät - jetzt kann man nix mehr machen... Ich sah rechts nur noch hell/dunkel. Auf meinem rechten und linken Auge bin ich dann bei anderem Augenarzt auch mehrfach gelasert worden. 2006 stand ein Umzug an, teilweise sind wir mit offenem Fenster gefahren. Mein Auge juckte und brannte - dachte, ich hab mich im Fahrtwind entzündet. Apotheke: die haben mir Salbe gegeben aber ir gesagt, daß wenns nicht besser wird, muß ich zum Arzt. 2 Tage später bekam ich höllischste Kopfschmerzen, mein Auge schmerzte wie verrückt. Mein Mann hat mich dann notfallmäßig nach München in eine Augenklinik gefahren. Die haben mir dann mitgeteilt daß ich dableiben muß, ich habe rechts ein Glaukom. Anscheinend ist man dort anfällig wenn das Auge schon mehrfach gelasert wurde. Nach dem Schock kam die Frage: sollen wir das Auge gleich entfernen oder nur OP wegen Glaukom machen. Beratung was die nur OP bedeutet, hab ich nicht bekommen, sonst hätte ich mich anders entschieden damals... Ich hab "nur OP" gewollt - da ich rechts ja noch hell/dunkel wenigstens sah und auch nicht wollte daß mein Auge entfernt wird. Die OP bekam ich also, ich mußte aber im Anschluß jeden Tag mein Auge tropfen. Die ersten Tropfen haben gemacht daß ich nicht mehr normal schmecken konnte - alles schmeckte bitter. Auch hab ich enorm zugemommen. Habe dann andere Tropfen bekommen da hatte ich dann wenigstens keine Geschmacksnebenwirkungen mehr. Aber gut gings mir nicht - ich hab im Endeffekt 40 kg zugenommen - das mag einmal an dem Cortison legen, aber ich hab mich auch nicht mehr bewegt, dann ich konnte nur mehr im dunkeln leben da jedes rausgehen meinem gesunden linken Auge weh tat. Der Frust tat sein übriges daß ich Pfunde zulegte - ich hatte keine Freude mehr am Leben. Nur Schmerzen, nur noch im dunkeln rausgehen. Dann hab ich die Tropfen nicht mehr vertragen - der Augendruck stieg wieder. Gottseidank hat mir dann der Arzt dringend dazu geraten da die Tropfen nicht mehr halfen, daß es das beste wäre, das kranke Auge zu entfernen - da das auch mein gesundes Auge gefährdet. Nach 3 Jahre langem Leiden wurde mir dann das kranke rechte Auge entfernt. Ich hatte dann zwar ein Glasauge, aber ich hatte keine Schmerzen mehr, konnte wieder bei Tageslicht rausgehen, ich hatte wieder Lebensfreude und habe auch wieder gesundes Gewicht. Hätte ich damals als das Glaukom entdeckt wurde, eine vernünftige Aufklärung bekommen , dann hätte ich mich da gleich für die Augenentfernung entschieden. So habe ich 3 Jahre gelitten und war extrem depressiv. In meinem Fall war die Augenentfernung ein Segen - gottseidank haben die Tropfen nicht mehr gewirkt - sonst hätte ich noch weitere Jahre gelitten...
Winnie
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Registriert: Do 19. Sep 2019, 10:48

Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Winnie »

Ach Narima,

das ist ja eine fürchterliche Lebensgeschichte ;-(
Ich freue mich aber für Dich, dass sie gut aus ging!
Mein nicht beherrschbares Glaukom hatte ich nur ein paar Monate und war völlig neben mir. Dadurch fiel mir die Entscheidung für die Entnahme dann "leichter".

vlg Winnie
PÜPPI
Beiträge: 22
Registriert: Mo 11. Apr 2022, 13:51

Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von PÜPPI »

Hallo bin neu hier im Forum, habe ein AderhautMelanom und habe mich nach 30 Bestrahlungen, die leider nicht gebracht haben, für eine Enukleation entschlossen. Ich bin der Meinung wenn der Tumor raus ist, ich mich besser fühle. Zumal ich nichts mehr sehe und ständig flimmern im Auge habe.
Ich habe grosse Angst vor der Entfernung, die ihr mir aber fast schon genommen habt mit Euren Berichten.
Am 22.07.22 werde ich in der Uniklinik Münster operiert,bitte drückt mir die Daumen, dass alles gut wird...
Ruth S
Beiträge: 32
Registriert: So 6. Feb 2022, 20:59

Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Ruth S »

Hallo
Mein Auge wurde mir am 19.5.22 entfernt. Im Forum haben die meisten geschrieben dass sie diesen Schritt nicht bereuen. Ich habe auch eine Weile gebraucht um mich damit abzufinden. Und im Nachhinein gut zwei Monate nach meiner Enukleation muss ich sagen es geht mir damit sehr gut. Das Problem des zu hohen Augendrucks ist weg. Und für Aussenstehende ist es kaum sichtbar dass mein Auge weg ist. Es sieht einfach aus als hätte ich eine zünftige Bindehautentzündung im Auge. Um mich dann doch etwas zu schützen trug ich oft eine Sonnenbrille über meiner korrigierten Brille und trug Augenpflaster drunter. Auch die Schmerzen waren erstaunlich gut zu ertragen für mich waren sie postoperativ fast kleiner als vor der OP. Aber das ist für jeden Patienten wieder anders. Ich wünsche viel Glück und hoffe dass alles gut verläuft und abheilen wird. Es kommt gut.
Ruth S
Charlotte
Beiträge: 432
Registriert: Do 1. Mär 2018, 18:17

Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Charlotte »

Hallo Püppi,
herzlich willkommen im Forum, wie schön, dass du dich meldest!

Angst vor der Enukleation haben wir kurz vor der OP wohl ausnahmslos alle gehabt.
Ich war bis zum Schluß hin und her gerissen.
Einerseits glücklich, dass ich es endlich entschieden habe und andererseits voller Angst, ob ich mit allem klarkomme, wie schlimm es wohl wird...
Und dann war es viel weniger schlimm als befürchtet.
Und auch wenn man am Anfang ein paar Probleme hat, es wird mit jeder neuen Prothese besser.

Ich wünsch dir, dass die Zeit bis zum 22. 7. schnell vergeht.
Versuch dich nicht zu sehr auf die Angst zu konzentrieren, sondern darauf, dass nach der OP alles besser wird.
Und dass es kein Drama ist, auf ein blindes Auge zu verzichten, das einem nur Probleme macht.

Ich drück dir für den 22. 7. ganz kräftig die Daumen und freue mich, wenn du dich wieder meldest.

Liebe Grüße
Charlotte
PÜPPI
Beiträge: 22
Registriert: Mo 11. Apr 2022, 13:51

Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von PÜPPI »

Dankeschön Ruth und Charlotte,
es hilft mir sehr hier im Forum zu lesen wie es Euch allen ergangen ist. Vor allen Dingen
ist es für mich wichtig, dass es mir nicht alleine so geht mit meinen Ängsten. Ich versuche mich darauf zu konzentrieren, dass hinterher alles etwas besser werden wird und das wurde hier ja auch bestätigt, klar ist es bei jedem anders, aber ich denke, wenn man nach der OP grosse Schmerzen hat, dass man dann
Schmerzmittel bekommt...ist noch etwas wichtig was man direkt nach der OP tun sollte...von den Ärzten habe ich bis jetzt noch nicht allzuviel dazu gesagt bekommen...gut, dass es Euch gibt.
Danke nochmal, ich werde mich auf jeden Fall wieder melden...
LG Eure PÜPPI
Habe ein Aderhautmelanom und nach 30 Bestrahlungen keine Veränderung, sehe mit dem Auge nichts mehr und möchte mir das Auge jetzt mut dem Tumir entfernen lassen, bitte ehrliche Antworten was jetzt auf mich zukommt...
Anna135
Beiträge: 108
Registriert: Mi 1. Dez 2021, 18:27

Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Anna135 »

Hallo Püppi,
herzlich Willkommen hier!
Du hast vermutlich schon länger hier mitgelesen, kennst unsere "Geschichten" wahrscheinlich schon ein wenig. Ich kann für mich nur sagen, ich habe die Entfernung noch keine Sekunde bereut ( Op war im Jän. 22) und meine Lebensqualität ist um sooooviel besser geworden. Weil einfach ein Thema, dass jahrelang Sorge bereitet hat, plötzlich erledigt ist.
Zur OP: Zweifel ob die Entscheidung richtig ist, hatte ich massiv bis zum Schluß. Ich hatte schon das modische OP - Nachthemd an, da hab ich mir immer noch gedacht " es wär noch möglich, Nein zu sagen". Hab ich gottseidank nicht gemacht. Nach der Narkose ging es mir nicht so gut. Erbrechen und ziemliche Schmerzen, da bekam ich aber sofort ein gutes Schmerzmittel und bereits am nächsten Tag war es deutlich besser. Daheim noch einige Tage Schmerztabletten genommen. Die erste Zeit nach der Op daheim: liegen und beide Augen zumachen, wenn es geht. (Wenn du das "gesunde" Auge bewegst, bewegt sich das andere Auge mit, das war am Anfang noch schmerzhaft). Aber von Tag zu Tag wirds besser, 3 Wochen nach Op bekam ich die erste Prothese.
Ich wünsche dir alles Gute für die Op, Angst und Zweifel sind normal. Halte uns auf dem Laufenden, wie es weitergeht bei dir. Und bei Fragen gerne melden!
lg Anna
PÜPPI
Beiträge: 22
Registriert: Mo 11. Apr 2022, 13:51

Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von PÜPPI »

Hallo Anna,
Ich danke Dir für Deine Antwort, ohne Eure Berichte hätte ich bestimmt noch länger überlegt, ob ich die Enukleation machen lasse, aber ich möchte das Melanom einfach aus meinem Körper
entfernt haben, da mein Auge nur noch flimmert und ich nichts mehr sehen kann und wenn ich mit beiden Augen gucke, ich alles doppelt sehe...und wenn das Melanom entfernt ist, hoffe ich, dass es nicht
mehr streuen kann, das kann man dann auch am Melanom untersuchen, sagte mir der Chefarzt. Noch eine Frage, wie ist das mit dem Druckverband, kann man dann trotzdem eine Brille aufsetzen, denn ohne kann ich nicht so gut lesen...
Ich hoffe, dass alles gut geht und mit Eurer Hilfe werde ich das alles gut überstehen...wenn ich alles überstanden habe, melde ich mich ganz sicher wieder bei Euch, ihr habt mir so sehr bei meiner Entscheidung geholfen...
Liebe Grüsse an Euch alle
Eure PÜPPI
Habe ein Aderhautmelanom und nach 30 Bestrahlungen keine Veränderung, sehe mit dem Auge nichts mehr und möchte mir das Auge jetzt mut dem Tumir entfernen lassen, bitte ehrliche Antworten was jetzt auf mich zukommt...
Anna135
Beiträge: 108
Registriert: Mi 1. Dez 2021, 18:27

Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von Anna135 »

Hallo Püppi, Druckverband kam bei mir am nächsten Morgen weg. Dann nur mehr leichte, "brillentaugliche" Abdeckung des operierten Auges.
Alles Gute und lg
Anna
PÜPPI
Beiträge: 22
Registriert: Mo 11. Apr 2022, 13:51

Re: Enukleation Ja / Nein ???

Beitrag von PÜPPI »

Dankeschön liebe Anna, ich melde mich sobald ich alles überstanden hab...
Die Zeit bis dahin vergeht hoffentlich schnell....
LG und alles Gute PÜPPI
Habe ein Aderhautmelanom und nach 30 Bestrahlungen keine Veränderung, sehe mit dem Auge nichts mehr und möchte mir das Auge jetzt mut dem Tumir entfernen lassen, bitte ehrliche Antworten was jetzt auf mich zukommt...
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