Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Die OP und das Leben mit einer Augenprothese.
Akanthamöbe
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Akanthamöbe »

Danke für die Antwort. Ich bin total nervös, besorgt und ängstlich. Das beruhigt mich mit der Form der Augenhöhle. Ja - ich fahre wieder 7 Stunden zu der Klinik meines Vertrauens. Ich fühle mich dort tatsächlich sehr gut aufgehoben. Meine Psyche spielt hier in meiner Heimatstadt nicht mehr mit. Außerdem weiß ich nicht, wie ich "mental" mit der Falschbehandlung des vertretenden Hausaugenarzt umgehen soll. Er hat mir halt gesagt, ich solle extrem oft und viel Steroide auf mein frisches Implantat tropfen und dann ist ein Bakterium durch das Implantat ins Auge gewandert. Sehr enttäuschend. Ich hatte höllische Schmerzen und einen kompletten Visusverlust. Jetzt muss ich damit leben, dass mein Augenlicht ausgelöscht ist und ich muss Angst haben, dass die Infektion wieder aufflammt. Eine Endophtalmitis kann u. U. tödlich sein. Dabei dachte ich, ich bin schon übern Berg. Der Professor hat sein Bestes gegeben und mein Auge war sehr sehr gut operiert. Jetzt ist alles hin, so als ob man einen Öldose Farbe über einen Picasso kippt.... Aber Danke für deine Antwort, das beruhigt mich sehr.


Franz
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Franz »

Ich kann mich gut in deine Situation hineinversetzen.
Es ist schlimm, wenn man wegen eines ärztlichen Fehlers mit einer so schlimmen Folge konfrontiert wird. Wenn es dir möglich ist, dann lass dich z.B. vom VdK oder Blindenbund unterstützen und klären, ob du gegen den Arzt vorgehen kannst.
Ob du es psychisch schaffst ist aber auch noch eine Schwelle, die überschritten werden müsste. Deiner Aussage nach bist du damit aber absolut am Limit.
Wähle die Klinik deines Vertrauens und den Arzt deines Vertrauens. Zu meiner Zeit war das nicht möglich. An den psychischen Folgen, die damit im Zusammenhang stehen, leide ich heute noch.
Ich wünsche dir alles alles Gute.
LG
Franz


Charlotte
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Charlotte »

Hallo Akanthamöbe,

ich habe für mich festgestellt, dass es mir gut tut mit der Vergangenheit abzuschließen und nach vorne zu schauen.
Wenn ich mich immer wieder damit beschäftige, was mir an Unrecht bzw. falscher Behandlung angetan wurde, dann werde ich diese Dinge nie los.
Mir tut es gut mich auf das zu konzentrieren, was jetzt dran ist und mich über Dinge zu freuen, die gut laufen.

Du hast das Glück eine gute Klinik und einen tollen Arzt gefunden zu haben - das ist auch nicht so selbstverständlich.
Und du wirst sehen: in 2 Monaten hast du die OP hinter dir, keine Schmerzen mehr und (vielleicht nicht gleich, aber ziemlich bald ;) ) ein neues Auge, das richtig gut aussieht. Jetzt gilt es nur noch die Wartezeit gut zu überstehen, und das wirst du schaffen!!!

Viele liebe Grüße
Charlotte


Akanthamöbe
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Akanthamöbe »

Ja, Charlotte, das stimmt. Ich hege keinen Groll. Ich finde es nur sehr schade, dass ich mein armes Auge quasi selber zerstört habe und dem Vertretungsaugenarzt geglaubt habe. Jetzt ist es so. Ich und die Ärzte haben 2 1/2 Jahre um mein Auge gekämpft. Und der Kampf war sehr hart, ich musste bis 35 Mal am Tag tropfen, ich war 9 Mal stationär usw., jetzt schaue ich nur noch nach vorne. Ich bin ja froh, dass es jetzt eine Lösung zu geben scheint. Hoffentlich geht alles gut und hoffentlich sieht der Augenersatz wenigstens super aus. Ich habe schon nach Okularisten in meiner Nähe gegoogelt.


Charlotte
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Charlotte »

Es wird super aussehen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Charlotte


Akanthamöbe
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Akanthamöbe »

Ach, Charlotte, das ist lieb von dir. Ich möchte es glauben. Ich gucke mich seit 2,5 Jahren nicht im Spiegel an. Ist auch nicht richtig, ich weiß. Die Ärztin hat auch gesagt, es wird super. Ich bin so oft zurückgeworfen worden, ich brauche jetzt Erfolge. Ich hatte 4 sehr seltene Komplikationen, die Augenärzte haben vor 2,5 Jahren gesagt, ich brauche mir keine Sorgen zu machen, das wird schon. Und jetzt muss es entfernt werden. Ich will damit nur sagen, ich WAR optimistisch, Optimismus ist aber manchmal auch naives Wunschdenken. Aber lieb, dass du mir hier unbekannterweise Zuversicht gibst. Es wird schon, so oder so. Und vielleicht hat das alles seinen Sinn ;)


Winnie
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Winnie »

Akanthamöbe hat geschrieben: Fr 9. Sep 2022, 13:27 Ach, Charlotte, das ist lieb von dir. Ich möchte es glauben. Ich gucke mich seit 2,5 Jahren nicht im Spiegel an. Ist auch nicht richtig, ich weiß. Die Ärztin hat auch gesagt, es wird super. Ich bin so oft zurückgeworfen worden, ich brauche jetzt Erfolge. Ich hatte 4 sehr seltene Komplikationen, die Augenärzte haben vor 2,5 Jahren gesagt, ich brauche mir keine Sorgen zu machen, das wird schon. Und jetzt muss es entfernt werden. Ich will damit nur sagen, ich WAR optimistisch, Optimismus ist aber manchmal auch naives Wunschdenken. Aber lieb, dass du mir hier unbekannterweise Zuversicht gibst. Es wird schon, so oder so. Und vielleicht hat das alles seinen Sinn ;)
Ach Mensch, Du hast echt enorm viel durch ;-(
Jetzt wird es BESSER!!! Dagegen werden Dir die Problemchen danach wie ein Spaziergang vorkommen!

Darf ich fragen - gern per PN - wo Du Dich operieren lässt und wer die 1. OP gemacht hatte?

Auf jeden Fall drücke ich Dir alle Daumen, dass Du ganz bald Erfolge hast und in spätestens 1 Jahr quasi nicht mehr drüber nachdenkst!


Akanthamöbe
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Akanthamöbe »

Ich noch mal. Jetzt ca. 7 Wochen nach meiner Infektion und Austausch des Glaskörpers, incl. Eintrübung des Hornhautimplantats mit Erosio, hat sich gezeigt, dass die Sehzellen noch ein wenig funktionieren. Das Blitz VEP ergab Antworten der Sehzellen, wobei das nicht aussagt, ob ein Bild noch möglich ist.

Jetzt nach 7 Wochen hat sich mein Visus ein weeeeenig erholt. Vorher: 75 % dunkel, der Rest zeigte Glitzersterne bei Lichteinfall. Nun habe ich überall ETWAS dunkel und ich sehe wieder "echtes" Licht plus Schatten der Handbewegung.

Doof, oder? Also, wenn das Auge jetzt entfernt wird, sehe ich gar nichts mehr. Hat noch jemand sein Auge entfernen lassen trotz miniminimalem Restvisus?


Anna135
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Anna135 »

Ja, ich. Hatte minimalen Restvisus, konnte hell dunkel, grobe Umrisse erkennen. Natürlich überlegt man sich das gut. Hatte aber durch das Aussehen des Auges so massive psych. Probleme, die immer ärger wurden. Alles drehte sich nur mehr um mein Auge und die Probleme damit. Bis ich mir sagte: "was hilft mir der minimale Sehrest, wenn ich psychisch daran zugrunde gehe."
Mit dieser Entscheidung bin ich nach wie vor glücklich. Mein noch vorhandenes, gesundes Auge schütze ich mit modischer 0,00 Dioptrien Brille.
lg Anna


Akanthamöbe
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Akanthamöbe »

Dann konntest du mehr sehen, als ich heute, Anna. Danke für die Antwort. Alles andere ist gleich bei mir (Aussehen) außer, dass ich -9 Dioptrien habe.


Franz
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Registriert: Mo 22. Aug 2022, 12:47

Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Franz »

Hallo Anna,
sein einziges Auge zu schützen ist absolut wichtig, aber warum verwendest du eine Brille mit 0,0 Dptr. Was macht für dich den Schutz aus, den die Brille dir bietet.

Ich trage eine harte Kontaktlinse mit + 15,75 Dptr. Unter dem Gesichtspunkt des Schutzes sollte ich sie besser nicht tragen, denn die Gefahr einer Verletzung ist latent immer vorhanden. Das gilt auch für die Brille mit + 14,5 Dptr. die ich tragen muss, wenn ich keine Kontaktlinse trage. Ohne Sehhilfe bin ich zwar nicht blind, aber ich sehe halt auch nicht scharf, was für mich auch wieder zu gefährlichen Momenten führen kann. Insofern ist das tragen einer Brille als Sehhilfe für mich keine Entscheidung für eine größere Absicherung meines einzigen sehenden Auges.

Ich achte darauf mein Auge vor Staub und Zugluft zu schützen, denn da bin ich besonders empfindlich. Dafür habe ich mir eine Sonnenbrille mit Seitenschutz angeschafft. Die trage ich z.B. beim Radfahren, bei Wanderungen oder allgemein bei Wind und Staubentwicklung.

Bei meiner Starbrille achte ich darauf, dass sie mit extra dünnen Kunststoffgläsern bestückt ist. Da spielt für mich aber nicht der Schutzfaktor eine Rolle, sondern die Verbesserung meines Gesichtsfeldes. Darin sehe ich für mich mehr Schutz. Ich musste auch schon erleben, dass meine Starbrille bei einem Sturz zu Bruch ging. Eine Verletzung meines Auges wäre auch dabei möglich gewesen. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt meine Kontaktlinse getragen, wer weiß wie es da ausgegangen wäre.

LG
Franz


Anna135
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Anna135 »

Hallo Franz,
durch die Brille erhoffe ich mir Schutz vor z.B. Fettspritzern beim Kochen, wenn ich etwas anbrate. Oder Zweige, Äste, Halme,... die mir bei der Gartenarbeit ab und zu in Gesichtsnähe kommen. usw.
Beim Mountainbiken oder Wandern trage ich Sportbrillen, die auch seitlich Schutz bieten.
lg Anna


Akanthamöbe
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Akanthamöbe »

Ich habe auch Schutzbrillen, die sehen auch noch ganz stylisch aus, finde ich. Ich trage sie über meiner Brille, es sind Überbrillen. Es gibt sie mit verschiedenen Gläsern, ich habe dunkle und gelbe. Eine kostet 10 Euro. Eigentlich wäre es mein Traum, ohne Brille zu gehen. Die Gläser beschlagen so oft, und bei Regen sieht man nichts. Ich werde die Ärzte mal fragen, ob bei mir noch eine Laser OP gegen meine Kurzsichtigkeit drin ist.


Charlotte
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Charlotte »

Hallo Akanthamöbe,

der Traum "ohne Brille gehen" war bei mir ausgeträumt, als ich im Garten mit voller Wucht einen Zweig ins gesunde Auge bekommen habe (wie so oft die Entfernung nicht richtig eingeschätzt) und dabei die Hornhaut bis auf die innere Membran zerrissen habe.
Danach ein paar Tage Dämmerschlaf in absoluter Blindheit und dann eine lange Heilungsphase.
Zum Glück ist alles gut geworden, aber seitdem bin ich nur noch mit Brille unterwegs.
Inzwischen hab ich mich so daran gewöhnt, dass mir mein Gesicht ohne Brille richtig nackt vorkommt, eindeutig hübscher mit Brille :) .

Liebe Grüße
Charlotte


Akanthamöbe
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Akanthamöbe »

Das tut mir leid, Charlotte. Ich werde mal fragen, wie das bei mir ist. Ich habe ja meine Schutzbrillen, allerdings könnte ich mich auch mit normaler Brille arrangieren. Bin ja froh, dass mein eines Auge noch gut ist.


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Bits&Bytes
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Bits&Bytes »

Charlotte,
Du bist reines Gold Wert.

Dieser Rat hätte auch von mir kommen können und wenn ich mich recht entsinne, habe ich ihn Dir damals ähnlich gegeben und noch zur Verstärkung das Risiko einer sypathischen Opthalmie in den Raum geworfen.
Kann aber sein, dass ich da etwas durcheinander bringe.

Du bist tatsächlich die Mutter der Forums geworden und dafür meinen Dank.

Bravo, well done, really.

Viele Grüße und weiter so, man kann nur stolz auf Dich sein.

Udo


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )
Franz
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Franz »

Mit oder ohne Brille bestimmen viele Faktoren.
Für den Einen ist es nur das Aussehen, für den Anderen eine Notwendigkeit, weil er sonst nicht gut genug sieht. Im letzteren Fall will man natürlich trotzdem auch gut aussehen. Für wieder Andere ist es eine Notwendigkeit als Schutzvorrichtung bei der Berufsausübung und um einem individuellem Schutzbedürfnis Rechnung zu tragen.
Ich trage Kontaktlinse um ein möglichst weites Gesichtsfeld zu haben, bin zum Lesen aber trotzdem auf eine Brille angewiesen. Um die Brille nicht ständig auf- und absetzen zu müssen, hab ich mich für Gleitsichtgals entschieden.
Ich will meine Kontaktlinse und die Brille zusätzlich nicht missen. Ohne diese Kombination kann ich mir mein Leben nicht vorstellen.
LG
Franz


Akanthamöbe
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Akanthamöbe »

Ich glaube, Kontaktlinsen traue ich mich nie wieder zu tragen. Deshalb verliere ich mein Auge. Das wissen nur wenige, Akanthamöbeninfektionen nehmen immer mehr zu. Niemals mit denen Duschen, niemals mit denen in den Pool, niemals normale Kochsalzlösung verwenden, niemals den Behälter nicht täglich reinigen.


Franz
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Franz »

Die Erfahrungen sind eben sehr unterschiedlich.
Ich wurde etwa 1968 von meinem damaligen Augenoptiker auf die Möglichkeit mit der Kontaktlinse hingewiesen und ich bin ihm heute noch dafür dankbar.
Wenn man mit nur einem Auge sieht, und das mit einer Brille mit +14,5 Dptr. , dann kann ich nur sagen, Sehstärke allein ist nicht alles. Die materielle Stärke der Gläser damals und das Gewicht bestimmten Gesichtsfeld und Tragedauer ganz wesentlich. Ich hatte ständig einen einseitig offenen Nasenrücken und Wundstellen hinter den Ohren. Heute sind es Kunststoffgleitsichtgläser, extrem dünn und meine jetzige Starbrille hat einen sehr dünnen Brillenrand und ein Ausgleichsglas, damit kein Gewichtsunterschied mehr besteht und optisch auch die Einäugigkeit nicht mehr auffällt.

Seit 1968 trage ich eine harte Kontaktlinse und die beschriebenen Probleme sind Vergangenheit. Ich hatte etwa 10 Jahre lang keine Beschwerden mit der Kontaktlinse, hab sie aber dann plötzlich nicht mehr vertragen. Hab dann weiche Kontaktlinsen probiert, war damit aber absolut nicht zufrieden. Die Sehschärfe die ich damit erreichen konnte entsprach nicht meiner gewohnten Vorstellung. Mein Augenarzt meinte dann, dass durch die harte Kontaklinse die Sauerstoffzufuhr in meinem Auge zu gering sei. Mein Optiker hatte dann die Idee, Ventilationsbohrungen in meiner Linse anbringen zu lassen. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich keine Trageprobleme mehr.
Mitte der 80er Jahre kamen dann hochsauerstoffdurchlässige harte Kontaktlinsen auf den Markt, die ich seit diesem Zeitpunkt trage.
Ohne Kontaktlinse hätte ich keinen Führerschein machen dürfen, meine berufliche Entwicklung nicht gestalten können wie sie gelaufen ist. Ich war die letzten 15 Jahre meines Berufslebens in der IT tätig. Das bedeutete Videokonferenzen, stundenlanges arbeiten mit und an mehreren Bildschirmen, reisen. Das lässt sich sicherlich nicht Verallgemeinern. Meine Augenärzte hatten nie etwas gegen die Kontaktlinse eingewandt. Ich bin 2mal jährlich beim Augenarzt.
Die Kontaktlinse ist mein täglicher Begleiter, aber sie befreit mich nicht von der Starbrille, die ich zudem benötige. Denn obwohl ich die Kontaktlinse über den längsten Zeitraum des Tages trage, so benötige ich die Starbrille wenn ich sie herausnehme für die Nacht und um sie mir am nächsten Morgen wieder einzusetzen. Es gibt aber auch Tage an denen ich gänzlich auf die Kontaktlinse verzichten muss, z.B. bei Krankenhausaufenthalt.
Natürlich gibt es auch negative Erlebnisse mit der Kontaktlinse. Alles zusammen genommen überwiegen für mich aber die positiven.
Von meiner derzeitigen Augenärztin wird halbjährlich auch mein Augeninnendruck gemessen, ohne dass ich dafür extra bezahlen muss. Hinweise auf die Gefahr einer Akanthamöbeninfektion habe ich bislang nicht von ihr bekommen. Ich pflege meine Linse sehr intensiv.
Duschen und schwimmen mit Kontaktlinse geht absolut nicht. Schwimmen gehe ich nur mit Schwimmbrille. Ich verwende auch keine Kochsalzlösung, außer für die Intensivreinigung von Proteinen.
Ich könnte noch einiges über meine Erfahrung berichten, aber deine und meine lassen sich halt nicht vergleichen. Jeder hat seine individuellen Erlebnisse und Erfahrungen.
Ich wünsche dir Akanthamöbe alles, alles Gut
LG
Franz


Akanthamöbe
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Re: Auge entfernen - bin neu und unbelesen - Tipps?

Beitrag von Akanthamöbe »

Ich habe auch 35 Jahre lang die formstabilen hochsauerstoffdurchlässigen getragen. Wie so viele. Fast kein Augenarzt weiß darüber oder informiert darüber, geschweige denn behandelt diese Infektion richtig. Alle Betroffenen sagen, hätten sie DAS bloß eher gewusst. Aber es ist selten, das stimmt.


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